Manchmal braucht es ein paar Durchläufe, bis sich der Reiz einer Veröffentlichung herausschält. Ich geb’s zu, der Erstkontakt mit der neuen Oathbreaker-Scheibe fiel unterwältigend aus.
Sängerin Caro Tanghe nervte: in den cleanen Passagen schief und krumm (hatte man sie nicht schon mit Chelsea Wolfe verglichen?), in den Black- und Post Metal-Parts entmenscht, aber auch beliebig. Selbst die Instrumentierung schien kaum der Rede wert: Laut/leise-Spielchen mit Dynamik und changierenden Intensitäten – ja, schon recht. Also, was nun? Fuhrwerkten auf RHEIA doch nur mäßig interessante Deafheaven-Epigonen – oder war da mehr? Um das herauszufinden, unterzog sich die Rezensentin einer zunehmend obsessiven Heavy Rotation… Und, siehe da, aus Nebel und Dunkelheit wuchs Emotion, und Caros gesungene Kindheitserinnerungen entpuppten sich als packender Mix aus Verletzlichkeit und Aggression.
Gitarrist Lennart Bossu, Basser Gilles Demolder und Schlagzeuger Ivo Debrabandere fungieren im Grunde als ihre Stichwortgeber, spielen abwechselnd ätherisch, schreddernd, fordernd – oder alles zugleich. Schön, schön… aber leicht machen es einem Oathbreaker, die früher hardcore-iger unterwegs waren, mit RHEIA nicht.
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