Die Erwartungen an ‘Obsession: Du sollst mich lieben’ waren groß: Der Film reiht sich nicht nur in die Tradition von ‘Blair Witch Project’ (1999) und ‘Paranormal Activity’ (2007) ein, die mit minimalem Budget dreistellige Millionensummen einspielten, sondern markiert zugleich erst den zweiten Langfilm von Regisseur Curry Barker. Und dieser gelingt auf den ersten Blick erstaunlich gut. Der Protagonist Bear (Michael Johnston) arbeitet in einem örtlichen Musikgeschäft. Seit Jahren ist er in seine Arbeitskollegin Nikki (Inde Navarrette) verliebt, hat jedoch nie den Mut aufgebracht, ihr das mitzuteilen. Per Zufall gerät Bear an ein Spielzeug namens „One Wish Willow“, welches seinen Besitzer einen Wunsch äußern lässt, der sich anschließend verwirklicht. Damit bringt er seine Angebetete dazu, seine Gefühle zu erwidern. Doch das Vorhaben missglückt.
Schnell wird aus einer Coming Of Age-Geschichte ein Horrorfilm, der von krankhaften Liebesgefühlen getragen wird. Nikkis Verhalten alterniert dabei zwischen obsessiver Besitzergreifung und verständnisvoller Reue. So klebt sie die Wohnungstür zu, damit Bear das Haus nicht verlässt, oder kocht seine tote Katze und setzt sie ihm anschließend unwissentlich vor. Dass er Nikki dabei jeden noch so absurden Fehltritt verzeiht, gerät schnell zur nervlichen Tortur. Mit jeder neuen Eskalation werden die Konflikte absurder, die Akzeptanzschwelle unverständlicher. Die wohl größte Schwäche von ‘Obsession: Du sollst mich lieben’ besteht jedoch darin, dass ausnahmslos jeder Schockmoment grotesk klischeehaft vom Sounddesign untermalt wird. Wer bereit ist, die absurde Rahmenhandlung zu tolerieren, wird dennoch einen handwerklich gelungenen Horrorfilm erleben, der nicht nur großartig aussieht, sondern auch über seine volle Länge hinweg unterhält. Dennoch wird ‘Obsession: Du sollst mich lieben’ seinem immensen Hype keinesfalls gerecht.
