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Primordial Where Greater Men Have Fallen

Black Metal, Metal Blade/Sony 8 Songs / VÖ: 21.11.2014

6.0/ 7
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Foto: Primordial WHERE GREATER MEN HAVE FALLEN

Es gibt so ein paar Rezensionen, denen muss ich etwas ebenso Banales wie Offensichtliches voranschicken: Ich bin Fan. Wenn die Instrumentalfraktion der Iren ihre tief melancholischen und dabei dankenswert klischeefreien Kelten-Riffs anstimmt und Sänger Alan Averill das Pathos in die Kehle rinnen lässt, kommt bei mir unausweichlich die Gänsehaut. Und weil das auch auf WHERE GREATER MEN HAVE FALLEN wieder vorzüglich funktioniert, können am Ende nicht weniger als sechs Punkte herauskommen.

Selbst wenn der Kopf dann doch ein bisschen etwas zu nörgeln hat an diesem achten Album, das vor allem einen Zweck erfüllt: Vermeintliche Lücken im Stimmungskanon der Band auszupolstern. Denn eine Erkenntnis lässt sich nicht von der Hand weisen: Innovativ waren, man muss es leider sagen, Primordial schon lange nicht mehr.

Spätestens, seit ihnen mit TO THE NAMELESS DEAD der Durchbruch zur mittelgroßen Berühmtheit und Szeneprominenz gelang; spätestens, seit im Lauf der ausgedehnter werdenden Tourneen die Fragilität des Band-Line-ups offensichtlich wurde, werden bewusst die Risiken minimiert. Da Primordial mit ihrem Sound eine komfortable und dazu noch weitgehend ohne direkte Konkurrenten besetzte Nische ausfüllen, ließ sich lange mit bewährten Formeln formidabler Nachschub schmieden.

Und formidabel ist auch WHERE GREATER MEN HAVE FALLEN, keine Frage: Besonders das einleitende Titelstück und das abschließende ‘Wield Lightning To Split The Sun’ lassen mit grandioser Epik keine Auge trocken und keine Faust ungeschwenkt. Was sich dazwischen abspielt, läuft aber schon auf eine leicht penetrante Konzentration auf eben diese Stärken, eben diese Gänsehauterzeuger, hinaus.

Natürlich sollte ich nichts zu mäkeln haben an einer Kaskade folkloristisch-dramatischer Halbballaden. Aber ein wenig mehr Durchschlagskraft à la ‘The Seeds Of Tyrants’ täte der Sache gut. WHERE GREATER MEN HAVE FALLEN wirkt in seinem durchgestampften Midtempo ein wenig gesetzt, satt, ja, altväterlich.

Am Ende läuft es auf eine schon oft gehörte Diagnose hinaus: Hier besteht klar die „Gefahr“ einer Amonamarthisierung des musikalischen Geschehens. Ich kann und will es Primordial nicht verdenken, dass sie den fragilen Erfolg, der diese Band sicher gerade eben zu einem finanziell tragbaren Unterfangen macht, nicht riskieren wollen. Aber auf ewig „Noch mal das Gleiche“ verleidet auf Dauer auch die köstlichste Leibspeise.

Fürs Erste aber greife ich gerne noch mal zu. Und würde mich dennoch freuen, irgendwann noch mal zu dieser Band, die so enorm fassbar geworden ist, das eine Lob aussprechen zu dürfen, das wirklich alles zusammenfasst: eben unfassbar gut zu sein.

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