Das Leben bei Rauhbein kann rau sein – vor allem als Instrumentalist. Anfang 2026 flog die komplette Besetzung raus, was laut Frontmann und Kopf der Band Henry in der Geschichte seiner Formation nicht ungewöhnlich ist. Das letzte Album ADRENALIN erreichte 2024 Platz zehn der Deutschen Charts, und ich prophezeie, dass REBELLEN & HELDEN das noch toppen wird. Der Macher weiß genau, was er tut. Auf dem vierten Album verfeinern Rauhbein die eigene Formel aus Deutsch-Rock, Folk und Celtic-Punk konsequent weiter und trimmen die Songs noch stärker auf unmittelbaren Mitgrölfaktor. Die Stücke sind schnittig gehalten (der längste Song kommt bei 3:17 Minuten rein) und überfordern weder musikalisch noch inhaltlich jemals die Aufmerksamkeitsspanne des Hörers. Wenn Rauhbein wie im Opener ‘Alle’ auf schnörkellosen Rock setzen, funktioniert das Material gut. Die direkte Energie und die klaren Refrains spielen ihre größten Stärken aus. Schwieriger wird es bei den zahlreichen Folk- und Ska-Einflüssen. Viele dieser Songs kippen eher in ausgelassenes Schunkeln als echtes Headbangen – was auf Festivals und bei Bierlaune dennoch funktionieren dürfte. Genau darauf ist REBELLEN & HELDEN ausgelegt: maximale Publikumsnähe, einfache Botschaften, sofort zündende Refrains. Unterm Strich liefern Rauhbein das Album ab, das ihre stetig wachsende Fan-Gemeinde erwarten dürfte: laut, direkt, emotional und kompromisslos auf Gemeinschaftsgefühl getrimmt.
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