Es gibt nicht viel außer meinem Alter, was mich zur Widerrede qualifiziert. Ich bin weder ein großer Fan der tschechischen Veteranen Root, noch halte ich dieses Album für besonders stark.
Aber: Dass sie hier wie ein paar aus der Zeit gefallene Clowns runtergemacht werden, zeugt von mehr als mangelndem Respekt: Jirˇí „Big Boss“ Valter ist 64 Jahre alt und darf sich mit Root zu Recht zur sehr überschaubaren Zahl der Pioniere der ersten Black Metal-Welle zählen. Ein Stil, den Root übrigens schon Jahre vor dem ersten KÄRGERÄS-Album von 1996, dessen Thematik hier wiederaufgegriffen wird, abgelegt hatten. Man muss Valters „epischen“ Gesangsstil nicht mögen, aber in dieser Verschmelzung von Celtic Frost und Candlemass liegt die stilbildende Qualität, die Root zu mehr als einer „Wir waren damals schon dabei“-Pseudolegende macht.
RETURN FROM OBLIVION erinnert mich stellenweise an frühe Moonspell (übrigens große Fans), lässt die zerhackte Theatralik des eher seltsamen Vorgängers HERITAGE OF SATAN vergessen, zeigt aber auch, dass mit Petr Hošek der wirklich talentierte Song-Schreiber seit zwölf Jahren nicht mehr mit an Bord ist.
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