Shining International Blackjazz Society

Avantgarde, Spinefarm/Universal (9 Songs / VÖ: erschienen)

6/ 7
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Die im positiven Sinne durch­geknallten nor­wegischen Shining sind in allem, was sie anfassen, extravagant und anders. Sänger, Gitarrist, ­Saxofonist und Mädchen für alles, Jørgen Munkeby, ist mittlerweile das letzte ver­bliebene Gründungsmitglied dieses furiosen Quintetts, für dessen musikalische Ent­wicklung er auch federführend verantwortlich zeichnet. In diesem Jahr rufen die Norweger mit ihrem siebten Album die ­INTERNATIONAL BLACKJAZZ SOCIETY ins Leben.

In musikalischer Hinsicht scheint es auf der einen Seite ganz so, als seien den Nordmännern noch mehr ­Sicherungen rausgeflogen, denn speziell die in die dicken, von ADHS durchsetzten Riff-Overkill eingeflochtenen Saxofonsoli sorgen bei den ersten paar Hördurchgängen für Herzflimmern. Hört euch das Intro ­‘Admittance’ oder den Mittelteil von ‘Thousand Eyes’ an, und ihr werdet aus der Spur gehoben. Wer sich allerdings dieser Aufnahmeprüfung stellt, und das ist wirklich zu empfehlen, entdeckt einen wahnwitzigen Höllen­ritt durch extreme Gefilde wie ­Industrial, Alternative, Experimental Metal und Jazz. Shining wollen mit diesem Album aufwühlen, sie wollen den Hörer zunächst überrumpeln, offenbaren den Hartgesottenen dann aber auch ein überwältigendes Hörerlebnis, das von Freaks für Freaks gemacht wurde.

Wer sich am Ende als Teil oder Mitglied der ­INTERNATIONAL BLACKJAZZ SOCIETY sieht, wird diese Prüfung ergeben. Shining sind und bleiben jedenfalls der zuckende, einzig- und andersartige Stern am schwarzen Firmament.


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