Als etablierter dänischer Metal-Export scheinen sich Siamese dazu verpflichtet zu fühlen, regelmäßig für neues Material zu sorgen: Das achte Album DISSOLUTION erscheint brav zwei Jahre nach dem Vorgänger ELEMENTS. Auch diesmal setzt die Combo auf ihren Mix aus Metal und modernen Sound-Effekten – aber mit einer Besonderheit: Vorliegendes Werk ist ein Konzeptalbum, das ohne Hilfe eines ihrer Haupt-Songwriter auskommt. Das hat dazu geführt, dass intimere Töne zum Vorschein kommen. DISSOLUTION beschäftigt sich mit einer komplexen Vater-Sohn-Geschichte, die auf Alkoholmissbrauch und häuslicher Gewalt basiert. Das schlägt sich auch im Klang einiger neuer Songs nieder: Am Anfang stehen die Songs ‘Dark’ und ‘Drown’, die ordentliche Breakdowns und fauchige Screams liefern. Verzweifelter Klargesang und aggressive Schreie ziehen sich durch, was des Öfteren an den (nicht mehr ganz so wütenden) Kollegen Caleb Shomo von Beartooth erinnert. Aber auch zurückhaltende Töne wie in dem The Weeknd-gleichen ‘Alone’ werden angeschlagen. Siamese bleiben experimentell, wie Sprechgesanganteile, elektronische Sound-Effekte, -Beats und Verzerrer sowie Violinen in den Songs ‘Sense’, ‘Friends’ und ‘Sinner’ oder das Caskets-Feature ‘Reveries’ versprechen – was nun aber auch keine Überraschung darstellt. DISSOLUTION gibt sich düsterer, destruktiver und weniger gefällig als sein Vorgänger, aber dennoch bleibt drin, was draufsteht. Für Fans des Quartetts lohnenswert, an allen anderen dürfte auch diese Veröffentlichung vorbeiziehen.
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