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Silver Lake By Esa Holopainen SILVER LAKE BY ESA HOLOPAINEN

Dark Metal, Nuclear Blast TT/RTD (9 Songs / VÖ: 28.5.)

5.5/ 7
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Man bekommt Amorphis nicht ohne Esa Holopainen, und Esa Holopainen nicht ohne Amorphis: Das Handwerk des Gitarristen ist in vielen Riffs, Soli und Melodien seines ersten Soloalbums klar zu vernehmen. Und doch klingen Silver Lake By Esa Holopainen (so der volle Name des Projekts und Albums) oft und deutlich anders und einzigartig genug, um eine Daseinsberechtigung zu haben. Mehr noch: viele der neun Songs (inklusive eines instrumentalen Albumintros) sind derart bezaubernd, dass es eine Schande gewesen wäre, sie nicht zu veröffentlichen! Holopainen erlag nicht dem Versuch, ein frickeliges Gitarristenalbum aufzunehmen, sondern schließt sich auf SILVER LAKE BY ESA HOLOPAINEN mit Sängern und Sängerinnen unterschiedlichster Stimmfarben und verschiedenster Stilrichtungen zusammen.

Wenn Jonas Renkse in ‘Sentiment’ und ‘Apprentice’ seine melancholische Stimme einsetzt, klingt es natürlich sofort nach Katatonia, Björn „Speed“ Strid setzt im aufgekratzten ‘Promising Sun’ auf seinen bei The Night Flight Orchestra etablierten Klargesang, und ‘In Her Solitude’ mit Tomi Joutsen schlägt direkt die Brücke zu Amorphis. Doch zeigen sich Silver Lake (noch) stiloffener als die Kalevala-Metaller – vor allem, aber nicht ausschließlich zusammen mit in unserer Szene eher unbekannten Sängern. Nicht nur mit dem erhabenen ‘Storm’ mit dem Schweden Håkan „Nordman“ Hemlin vollzieht das Album Schlenker zum Classic Rock, öffnet sich in ‘Alkusointu’ mit der eindringlichen, erzählerischen Darbietung des finnischen Künstlers Vesa-Matti Loiri zu Doom/Psychedelic, und lässt sich mit Leprous’ Einar Solberg in ‘Ray Of Light’ auf beschwingten Prog ein. ‘Fading Moon’ mit Anneke van Giersbergen tänzelt mit verwegenem Pop-Appeal zwischen Achtziger-Synthie und folkigem Doom Metal.

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Dass aus all dem ein in sich geschlossenes Album entsteht, das zu keinem Zeitpunkt den Eindruck eines Samplers oder einer Plattform zur Selbstdarstellung hinterlässt, ist dem feinen Gespür von Esa Holopainen für Songs, Arrangements und Atmosphäre zu verdanken. Nichts klingt aufgesetzt oder erzwungen. Im Gegenteil lebt SILVER LAKE BY ESA HOLOPAINEN von seinem organischen Fluss durch das Album hindurch, aber auch in jedem einzelnen Stück. Den melancholischen Grundton im Zusammenspiel mit hoffnungs- und kraftvollen Melodien hat das Solowerk wiederum mit Amorphis gemein. Der reduzierte, glasklare Sound (aus Nino Laurennes Sonic Pump Studios) zieht aber ganz anders hinein. Auch durch den präsenten Einsatz von Hammondorgel und Mellotron entsteht hier etwas Zeitloses und Genre-übergreifend Packendes. Traumhaft, und einem „echten“ Amorphis-Album in nichts nachstehend!

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