Trotz vernichtender Kritiken machen Six Feet Under unbeirrt weiter. Auf NEXT TO DIE spulen Chef Chris Barnes, Gitarrist Jack Owen und Co. ihr vorherseh-bares Programm einmal mehr weitestgehend elanlos ab. ‘Approach Your Grave’ eröffnet langsam. Doch statt düsterer Wucht regiert lähmende Langeweile – mit träger Rhythmik, Füllersoli und einer kaputten Stimme, die an die letzten Laute eines angeschossenen Hunds erinnert. Auch wenn Six Feet Under temporeicher agieren, kommt kaum mehr Freude auf: ‘Destroyed Remains’ oder ‘Naked And Dismembered’ scheitern am verzweifelten Versuch, alte Cannibal Corpse-Tugenden zu beschwören. Hier zeigt sich ein Kernproblem der Band: Die einst relevanten, Szene-prägenden Deather wiederholen sich und insbesondere ihre Song-Titel (von Refrains kann keine Rede sein) bis zum Erbrechen. Wo auf den ersten drei Alben mitsingbare Hooks prangten, strapaziert im 15. Anlauf eine springende Schallplatte die Nerven. So gebetsmühlenartig Barnes ‘Mister Blood And Guts’ oder ‘Mutilated Corpse In The Woods’ predigt – die Zeilen verpuffen im Nichts. ‘Ill Wishes’ erzeugt mit Sidestick-Anschlägen und Flüstern zwar Horror – aber unfreiwilligen. ‘Grasped From Beyond’ und das Titelstück wecken mit Allen West-Gedächtnis-Riffs immerhin nostalgische Debütgefühle, wären 1995 aber allenfalls B-Seiten gewesen. Lediglich das erst doomige, dann thrashig-triolische, dann abgehackte ‘Wrath And Terror Takes Command’ durchbricht die in Noten gegossene Ödnis ansatzweise.
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