Am Ende dauert es dann doch bis Song sechs, bis man zum ersten Mal aufhorcht. Die fünf Stücke davor verwenden die Wüsten-Stoner Suplecs auf eine gut konsumierbare, alles andere als rauchfreie Odyssee durch Desert Rock und Proto Doom, alles schön wabernd, psychedelisch, mit staubigem Groove und guter Handarbeit. Aber eben auch reichlich arm an Riffs oder Hooks mit Widerhaken. Es ist eben eine weitere Bande Wüstenraucher, ist man schon versucht zu sagen. Dann kommt aber erwähnter Song sechs, ‘Old Spanish Trail’. Ein Instrumental aus den Tiefen von Joshua Tree – ein Ort, an dem man mit Kakteen spricht und mit Kojoten heult. Auf dieses mäandernde Stoner-Americana-Kunstwerk wäre auch ZZ-Top-Zausel Billy Gibbons stolz. Schwer zu sagen, ob das Zufall ist, aber der zähe Fuzz des anschließenden ‘Damn These Pills’ taugt deutlich mehr als die ersten paar Nummern, ist über sechs Minuten aber auch wieder zu redundant. Das bleibt am Ende das größte Problem von HYMNS UNDER A BLOOD MOON SKY: Im Grunde sitzt alles, und der Louisiana-Dreier weiß, was er tut. Doch in letzter Konsequenz bleibt vom Material mit Ausnahme einiger wirklich strahlender Momente zu wenig hängen.
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