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Tarja FRISSON NOIR

Symphonic Metal, Earmusic (10 Songs / VÖ: 12.6.)

5.5/ 7
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Vor 30 Jahren gründeten Tarja Turunen, Tuomas Holopainen und Emppu Vuorinen die Symphonic Metal-Band Nightwish. 2005 trennten sich ihre Wege, und Turunen begann ihre Solokarriere. Während der Status ihrer einstigen Gruppe aktuell unklar ist, trumpft die Sopranistin nach diversen kreativen Ausflügen (zuletzt DARK CHRISTMAS, 2023) mit ihrem härtesten Album auf. Dass die Kombination aus metallischen Gitarren und symphonischen Anteilen, düsterem Grundton und glockenklarer Stimme funktioniert, zeigen Lieder wie ‘The Eternal Return’ oder ‘Blaze Forever’. Dazu lädt die Finnin diverse Gäste: Ihr früherer Band-Kamerad (und aktueller Tourneepartner) Marko Hietala erhebt seine markante Stimme in ‘Leap Of Faith’, und Apocalypticas Celli tanzen in ‘Tango’. Auch die nichtfinnischen Kollaborationen überzeugen: In ‘The Trace Outlives’ erklingt das Shamisen-Spiel der Japanerin Sayo Komada, während Flamenco-Gitarrist Julián Bedmar und Cellist Valter Freitas das intime ­‘Anemoia’ veredeln. In ‘I Don’t Care’ spricht und krächzt Dani Filth (Cradle Of Filth), und im ausladenden Finale ‘Against The Odds’ schwingt Chad Smith (Red Hot Chili Peppers) die Stöcke. Das Herzstück bildet das von Pianist Niklas Pokki und Geigerin Mervi ­Myllyoja unterstützte ‘At Sea’ – ein zehnminütiges Epos, dessen Intensität sich im Verlauf unter Mitwirkung des Budapest Art Orchestra und Choir intensiviert. Das über einstündige FRISSON NOIR mag wie eine Materialschlacht anmuten, wirkt dabei aber keineswegs überladen. Stattdessen bietet das Opus eine so abwechslungsreiche wie unterhaltsame Reise durch alle denkbaren Symphonic Metal-Gefilde, zeigt die 48-Jährige gesanglich wie kompositorisch in bestechender Form und macht seinem Namen alle Ehre: Hier verwandelt sich Musik in der Tat zu Emotionen.

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