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Woods Of Ypres Woods 5: Grey Skies & Electric Light

Dark Metal, Earache/Soulfood (11 Songs/43:35 Min.) 17.02.2012

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Foto: Earache

Das Schicksal ist manchmal unerbittlich. Am 21.12.2011 ist David Gold, Frontmann des Quartetts aus dem kanadischen Bundesstaat Ontario, bei einem Autounfall verstorben. Dabei schien es gerade jetzt, knapp zehn Jahre nach der Gründung der Band, endlich aufwärts zu gehen.

Nach vier in Eigenregie veröffentlichten Alben unterschrieben Woods Of Ypres 2010 einen Plattenvertrag, wodurch die letzten Platten wiederveröffentlicht und so einer breiteren Fan-Basis vorgestellt werden konnten. Mit dem neuen Werk hatte Gold einiges vor: Nach einem Pseudo-Split der Band (feiner Marketing-Trick auch) sollte jetzt der Durchbruch folgen. Im Herbst verkündete er: „Wir haben Woods Of Ypres nie aufgelöst, im Gegenteil – die Band ist heute stärker als je zuvor. Endlich haben wir die Möglichkeit, eine professionelle Karriere mit Woods Of Ypres zu beginnen. Für uns ist eine neue Ära angebrochen.“

Und in der Tat unterscheidet sich WOODS 5: GREY SKIES & ELECTRIC LIGHT von den Vorgängerscheiben. Die harsche Schwärze der frühen Tage ist nun vollständig einem Seelenschmerz gewichen, der sich nicht in Wut, sondern in purer Trauer äußert. Eine Trauer, die vor dem Hintergrund der Ereignisse noch krasser wirkt, als das ohnehin schon der Fall wäre. Abgesehen von einigen wenigen Ausbrüchen wie in ‘Adora Vivos’ präsentiert Gold auf WOODS 5: GREY SKIES & ELECTRIC LIGHT einen dunklen, aber stets mit zauberhaften Melodien angereicherten Metal, der den Vergleich mit Größen wie Type O Negative, jüngeren Sentenced oder auch Paradise Lost nicht zu scheuen braucht und ähnlich atmosphärisch dicht daherkommt wie die seelenverwandten Kollegen von Agalloch oder Alcest.

Auch die Entscheidung, John Fryer für den Mix zu engagieren, kommt nicht von ungefähr: Der Mann, der schon NIN, HIM oder Cradle Of Filth final klangveredelt hat, gibt dem Album die nötige Politur. Und die braucht es in diesem Fall auch: Denn dieser Sound lebt nicht vom Rohen, Unbehauenen, sondern benötigt aufgrund der direkten, pulsierenden Riffs einen kompakten Sound. Und der rundet nun WOODS 5: GREY SKIES & ELECTRIC LIGHT ab – ein Album, das wie zurzeit kaum ein anderes eingängig und schroff zugleich wirkt. Wie und ob es mit der Band nach Golds Tod weitergehen wird, ist momentan noch unklar.

Gitarrist Joel Violette, der stark in den Songwritingprozss mit eingebunden war, überlegt zurzeit, ob die Ideen, die das Duo nicht für die aktuelle Platte verwendet hat, weiterentwickelt und veröffentlicht werden sollen. David Golds Vermächtnis jedoch wird WOODS 5: GREY SKIES & ELECTRIC LIGHT bleiben.

RIP.

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