Kritik zu Xandria THEATER OF DIMENSIONS

Xandria THEATER OF DIMENSIONS

Symphonic Metal, Napalm/Universal (13 Songs / VÖ: 27.1.)

4/ 7
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Es lief nicht immer glatt bei Xandria. Mit wechselnden Sängerinnen und nicht unbedingt zwingendem Gothic Metal wollte der ganz große Sprung nicht recht gelingen. Doch mittlerweile befinden sich die Deutschen mit der niederländischen Sängerin Dianne Van Giersbergen und deutlicherer Hinwendung zum Symphonic Metal auf einem guten Weg.

Dass THEATER OF DIMENSIONS bereits optisch an die letzten Nightwish-Alben erinnert, ist nur ehrlich: Die Sopranistin klingt gerne mal ähnlich wie Tarja, die Finnen sind auch sicher nicht die schlechtesten Vorbilder. Vor allem Fans der früheren Nightwish-Alben fühlen sich auf THEATER OF DIMENSIONS schnell zu Hause. Entscheidend ist jetzt die Frage: Können die Songs etwas? Grundsätzlich versorgen uns Xandria mit modern produziertem Pomp-Metal (nur das Schlagzeug hätte mehr Liebe vertragen können), bestimmt von kraftvoll-opernhaftem Gesang und natürlich ausreichend klingendem Orchester und Chören.

Im Detail sticht mancher Track mit Hit-Qualitäten hervor: ‘Death To The Holy’ etwa gefällt mit hektischen Gitarren und beschwingter Melodie, der betörende Power Metal-Refrain erinnert an Orden Ogan, und der folkige Zwischenteil wiederum an Nightwishs Troy Donockley. Ein astreiner Genrehit, wie auch das energetische ‘Ship Of Doom’ mit seinem Piratenthema und das einnehmend poppige ‘Burn Me’ mit orientalischem Flair. Der Titel-Song schließlich stößt in die großen Dimensionen aktueller Nightwish-Epen vor: Ein 14-minütiger Ritt durch Pomp, Soli, Chöre, bedeutungsschwere Spoken Word-Passagen und spannungsgeladene Laut-Leise-Dynamik. Xandria reihen eine Menge starker Melodien aneinander – erreichen aber nie die Emotionalität und Größe der finnischen Vorbilder.

Hier fehlt es an der musikalischen und lyrischen Meisterhaftigkeit eines Tuomas Holopainen, die Balladen wie ‘Where The Heart Is Home’ oder ‘Dark Night Of The Soul’ gutgetan hätte und am schmalen Grat zwischen Kitsch und Poesie oft entscheidend wirkt. Sei’s drum: THEATER OF DIMENSIONS gehört zu den gelungenen Veröffentlichungen in einem überlaufenen Genre, und Xandria besinnen sich auf ihre Stärken. Jetzt wiederum müssen sie nur aufpassen, nicht zur reinen Nightwish-Kopie zu werden.

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