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Slash: Zeit für den Blues

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METAL HAMMER: Slash, wie lange spukte die Idee, ein Blues-Cover-Album zu machen, schon in deinem Kopf herum, und wie hast du sie nun verwirklicht?

Slash: Mitte/Ende der Neunziger hatte ich mit ein paar Musikern, die jetzt zum Teil auch auf der Platte vertreten sind, eine Blues-Coverband (gemeint ist Slash’s Blues Ball mit Sänger, Mundharmonika- und Keyboard-Spieler Teddy „Big Bag Zig Zag“ Andreadis und Bassist Johnny Griparic als Wiederholungstätern – Anm.d.A.). Es hat Riesenspaß gemacht und ich hätte damals schon gerne ein paar Aufnahmen realisiert. Allerdings fand ich nie die Zeit dazu, bis eben jetzt, als ich zwischen Guns N’ Roses-Tourneeabschnitten ein paar Wochen frei hatte.

Live im Studio

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Ich rief also die Jungs an, und wir gingen unsere alten Setlists durch. Andere Songs schwebten mir auch schon vor. Diese Nummern probten wir flugs ein, und ich holte noch Tash Neal (Sänger und Gitarrist der Band The London Souls – Anm.d.A.) sowie Drummer Michael Jerome dazu. Alles wurde im Studio live eingespielt. Von den Gästen waren Gary Clark Jr. und Beth Hart leibhaftig mit dabei. Den Rest der Gesangsbeiträge haben wir nach und nach eingesammelt.

MH: Die Song-Auswahl hat also die Wahl der Sänger und Sängerinnen bestimmt?

Slash: Ziemlich. Die Motivation für den Song ‘Crossroads’ war vor allem, eine Entschuldigung zu haben, um etwas mit Gary Clark Jr. zu machen. (grinst) Aber auch sonst hatte ich genaue Vorstellungen davon, wer welchen Titel singen könnte. Der Einzige, den ich nicht auf dem Plan hatte, war Iggy Pop. Unser Bassist Johnny erwähnte, dass er irgendwo gelesen habe, dass Pop schon immer ein Blues-Ding machen wollte. Also rief ich Iggy an, der dankbar für die Gelegenheit war. Er entschied sich sofort für ‘Awful Dream’ von Lightnin’ Hopkins. Ich kannte das Stück zuerst gar nicht – es wirkt wie ein Outtake oder eine Song-Skizze – und musste es mir nach Gehör draufschaffen. Dann trafen wir uns in meinem Studio in L.A., saßen dort auf Barhockern und haben mit Akustikgitarre und seiner Stimme das Ding in zwei Takes sehr spontan eingespielt.

„Ach, was die Leute immer denken.“

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MH: Es ist der einzige akustische Talking Blues auf ORGY OF THE DAMNED. Die erste Single, das von Howlin’ Wolf bekannt gemachte ‘Killing Floor’, ist ein Klassiker des elektrischen Blues. Passenderweise singt es AC/DCs Brian Johnson, wenn auch in ungewohnt tiefer Stimmlage. Böse Zungen könnten behaupten, dass du, nachdem Axl mit Angus bei AC/DC spielen konnte, aus Gründen der ausgleichenden Gerechtigkeit nun etwas mit Brian gemacht hast …

Slash: Ach, was die Leute immer denken. Nein, Brian war mein stimmlicher Wunschkandidat, und das Ganze hatte nichts Strategisches an sich. Das käme mir auch gar nicht in den Sinn.

Welche Eigenschaften für den Blues wichtig sind und warum Joe Bonamassa nicht auf Slashs Gästeliste stand, lest ihr in der METAL HAMMER-Juniausgabe 2024, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!

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Frank Thießies schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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