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The New Black: auf Tour mit Volbeat

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29. Januar 2009: Bremen, Pier 2

Ein Internet-Cafe? WLAN-Party? Informatik-Seminar? Eigentlich wollten wir doch zur Volbeat-Show! Aber hier stehen überall nur Laptops… Komisch. Oder ist es doch … die Garderobe von Volbeat! Wie so oft auf Tour halten Band und Crew Kontakt mit der Welt über ihre Rechner, und das gilt natürlich insbesondere für Viel-Spieler wie Volbeat, der momentan heißesten Band im Rock’n’Roll, die heute Abend in Bremen eine kleine Mal-eben-für-zwischendurch-Tour beginnt. Die Dänen sitzen entspannt herum, surfen im Netz, und machen sich keinen Stress. Schließlich läuft die On The Road-Maschine seit Jahren und deshalb wie geschmiert. Es fällt auf: Drummer Jon steht auf norddeutschen Metal und trägt passend zum Ort einen schicken Running Wild Hoodie. Piraten ahoi, Alter!

Auf der Bühne steht bereits die stimmungsvolle Backline der Truppe: Sowohl die Gitarren- und Bassboxen, als auch das Schlagzeug sind zusammenhängend mit dem Artwork von GUITAR GANGSTERS & CADILLAC BLOOD verziert, der rauchende Kollege vom Cover prangt groß auf dem riesigen Backdrop. Die Techniker testen derweil routiniert das Spielzeug, die Band kommt erst später zu einem Soundcheck.

Und The New Black dürfen heute mitspielen! Yeah! Perfekt, denn eine Woche vorher ist erst unser Debüt THE NEW BLACK erschienen. Und fast auf den Tag genau ein Jahr vorher haben wir zum ersten Mal im Würzburger B-Hof auf der Bühne gestanden. Das ging ganz schön schnell, wenn man mal drüber nachdenkt. Aber wir haben gerade andere Sorgen: Während Volbeat in einem schicken roten Bus reisen, fahren The New Black mit einem Van samt Hänger. Und das braucht Geduld – die man nur schwer aufbringen kann, wenn man gerade eine „satanische Bronchitis“ hinter sich gebracht hat, aber immer noch mit ordentlich Fieber in der Karre sitzt, findet Fabian „Fabs“ Schwarz. Unser Gitarrist ist krank, zieht den Gig aber durch. Hilft ja nix.

Auch die Dänen Raunchy stehen auf dem Plan, alte Kumpels der Volbeat-Jungs. Poulsen und Mannschaften spielten vor ein paar Jahren noch im Raunchy-Vorprogramm, jetzt revanchieren sie sich. Warum der Soundcheck von Raunchy allerdings länger dauert als das Set des Headliners später, muss man nicht verstehen. Und je weniger unser fiebriger Gitarrengott zwischen Ruhepäuschen und Gripostad vor der Show auf der Bühne rumstehen muss, desto besser.

Über 2.000 Leute stehen in der Halle, als unser Colt Seavers Intro läuft. Cool. Volles Haus, geile Bühne, geiler Sound. Also: Ab dafür. 30 Minuten für ein Hallelujah, mit den Greatest Hits aus insgesamt, ähm, einem Album. Läuft. Die Volbeat-Fans mögen uns und bei ‘Simplify’ gibt’s sogar richtig Klatschalarm. Dass Gitarrist Christof „Leimsen“ Leim sich zwischendurch mal schön auf den Arsch legt, sieht zwar dämlich aus, macht aber nix, weil er einfach weiterspielt.

Im Anschluss wird der hustende, fröstelnde Fabs gleich abgetrocknet, ausgeknipst und ins Hotel gefahren. Oder besser: Hostel. Erst 2.000 Leute rocken, dann ab in eine möglichst preiswerte Absteige ohne jedwede Grundversorgung an Koks, Nutten und Pools, um Fernseher reinzuwerfen. So sieht sie aus, die Realität im Rock’n’Roll. Egal. Trotzdem geil.

Die gesunden Blackies schauen sich kurz Raunchy an, deren moderner Metal-Sound nicht so recht in den Abend passen will, aber immerhin halbwegs souverän rübergebracht wird. Dann der Headliner: Volbeat sind als Live-Band eine Macht, was zum einen an der Routine, zum anderen am Material liegt, das von den Massen schlicht und ergreifend abgefeiert wird. Nach dem Albumintro ‘End Of The Road’ steht Michael Poulsen alleine auf der Bühne, mit dem Rücken zum Publikum und startet das Riff zum Titelstück. Cool. ‘Back To Prom’ folgt, und der Mob tobt. Als schon an vierter Stelle ‘Radio Girl’ erklingt, sieht die Halle von oben aus wie eine Popcorn-Maschine. Sehr cool. Volbeat spielen lange, mindestens anderthalb Stunden, mit allem, was die Setlist braucht, und bis wirklich jedem der Schweiß in der Kimme steht. So geht’s. Die Band hat gerade einen „Lauf“, und das macht Spaß.

Beim Merch ist deshalb nachher die Hölle los; erst ganz zum Schluss kann sich Poulsen für gefühlte 1.000 Autogramme und Fotos blicken lassen, bevor er sich in den schicken roten Bus zurückzieht. Die Blackies lassen sich derweil von Fahrer/Lichtmann/Mercher/RedBull-Junkie Matze zur Unterkunft kutschieren, wo DrumTech Martin (durch Schnarchen) und Leimsen (durch lautes Lachen wegen seines Heinz Strunk Hörspiels) die Belegschaft vom Schlafen abhalten. Das nervt noch mehr als laute Koks-und-Nutten-Parties. Also, öhm, haben wir gehört.

 

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Lauschaffäre: Was ist eigentlich Technical Death Metal?

Metal ist eine der subgenrevielfältigsten Musikarten überhaupt. Wenn man seinen Blick in ein paar Nischen wirft, findet man in einer auch ein Genre, dass sich Technical Death Metal nennt, häufig auch als Tech Death bezeichnet. Dieser entwickelte sich gegen Anfang bis Mitte der neunziger Jahre und entsprang, wie der Name schon vermuten lässt, dem Schoß des Death Metal. Im Gegensatz zu seinem brachial unermüdlich knüppelndem Vorbild zeichnet sich dieser Musikstil durch technische Fertigkeiten und komplexes Songwriting aus.   Musiker zeigen dabei, dass sie Ahnung von ihrem Instrument haben und involvieren knifflige Spielerin in das monströse Konstrukt des Death Metal. Aufgrund des experimentellen Spiels…
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