Tunnelblick mit Hannes Van Dahl (Sabaton)

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Das Faluner Panzer-Bataillon Sabaton hatte Glück und tourte noch rechtzeitig vor der Corona-Pandemie durch Zentraleuropa. METAL HAMMER fuhr nicht nur im Tourbus mit, sondern packte die Gelegenheit beim Schopf und zerrte Drummer Hannes Van Dahl für ein kurzes, schmerzloses Rubrik-Interview vors Diktiergerät. Lest hier die Antworten des Gatten von Nightwish-Frontfrau Floor Jansen.

Was hat dich zur Musik gebracht?

Ich hatte einen älteren Cousin. Er war fünf oder sechs Jahre älter ich – und stand auf Heavy Metal. Im Wesentlichen sagte er uns, was wir anzuhören hatten: „Es gibt keine Alternative!“ Und er gab uns Mixtapes. Da war alles drauf – von Metallica, über Judas Priest bis hin zu Iron Maiden. Sogar Nightwish war darauf, was lustig ist.

Einmal zelteten wir in deren Hintergarten; es war wirklich windig. Der jüngere Cousin war auch mit dabei und hatte richtig Angst. Dann kam der ältere Cousin mit einer Boombox raus und meinte: „Hört euch das an!“ Der erste Song war ‘For Whom The Bell Tolls’. Das war sehr passend und absolut fantastisch. Zu dieser Zeit verstand ich zwar noch nicht, was es war, wie man diese Klänge macht, nicht mal, dass es Schlagzeug war, aber es klang so großartig. So habe ich mich so dafür interessiert, wie man diesen Sound erzeugt.

Was ist das beste Metal-Album aller Zeiten?

[Band-Kollege Chris Röland hört mich und schlägt was von Poison vor] Nein, definitiv nicht Poison! Lasst uns das nehmen, dass den größten Einfluss auf mich hatte. Das war PAINKILLER. Wie Scott Travis auf dieser Platte spielte, machte es zu einem sehr prägenden Werk. Das erste Mal, als ich  ‘Painkiller’ hörte, hat es mich total umgehauen.

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Was ist die wichtigste Band für dich?

Da gibt es so viele Bands. Für mein Schlagzeugspiel waren es immer Led Zeppelin und The Who. Das war die früheste Art von Rock, die ich durch meine Mutter kennengelernt habe. Die hatten wirklich eine große Wirkung auf mich, besonders auf mein Trommeln. Dann gibt es noch W.A.S.P. – ich bin ein großer Fan von ihnen, und sie haben ebenfalls stark beeinflusst.

Was war das Verrückteste, das du als Musiker jemals gemacht hast?

Da gab es in diesen Tagen tatsächlich ganz schon viel. Diesen Sommer haben wir auf beiden Hauptbühnen beim Wacken Open Air gleichzeitig gespielt. Als Headliner. Dabei habe ich mit dem ehemaligen Sabaton-Drummer gespielt. Einem guten Freund von mir. Das war vermutlich das verrückteste. Und es hat auch noch hingehauen! Es war obendrein noch eine der unterhaltsamsten Erfahrungen, die ich hatte. Insofern werde ich das niemals vergessen.

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In welchem Land gehst du am liebsten auf Tour – und warum?

Ich mag kein Land mehr als alle anderen. Du kannst überall eine tolle Show haben. Es kommt mehr auf den genauen Tag und Abend an, wie die Stimmung ist. Und ob das Schweden oder Mexiko ist, ist mir relativ egal. Ich mag es tatsächlich überall.

Was war der größte Fehler, den du in deiner Karriere bisher begangen hast?

Vor Sabaton und Evergrey habe ich in ein paar echt miesen Bands gespielt. Doch hat natürlich auch mit dazu beigetragen, dass ich jetzt da bin, wo ich bin. Daher würde ich das nicht als Fehler bezeichnen. Es war eine Lernkurve. Mit den Informationen, die ich heute habe, hätte ich mich diesen Bands wahrscheinlich nicht angeschlossen. Denn sie waren nicht daran interessiert zu spielen, aber an all den anderen Sachen. Damit ich hatte ich schon immer ein Problem, denn für mich das Spielen war schon immer das Wichtigste. Alles andere ist sekundär für mich – auch wenn es wichtig ist. Doch für mich kommt es auf das Spielen an.

Was war der Höhepunkt deiner Karriere bisher?

Tatsächlich das zum Lebensunterhalt machen zu können – es ist ein fortwährendes Highlight. In der Lage zu sein, das zu tun; gesund zu sein; und es immer noch zu genießen. Ich bin schon eine ganze Weile dabei. Und ich genieße ernsthaft jeden Tag – und das Glück zu haben, es zu tun im Prinzip. Von der Musik leben zu können, was selten ist heutzutage. Dafür bin ich sehr dankbar.

Was sind die 5 wichtigsten Alben aller Zeiten – ohne spezielle Reihenfolge?

RIDE THE LIGHTNING offensichtlich. WHO’S NEXT von The Who. LED ZEPPELIN II. Aber dann habe ich nur noch zwei Plätze übrig, wobei ich so viele andere mehr hier reinquetschen will. PAINKILLER muss rein, sonst hätte ich es versaut. Und als letztes noch CRIMSON IDOL von W.A.S.P. Das dürfte meine musikalische Sozialisation gut zusammenfassen.

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Deshalb vermeiden Sabaton politische Aussagen

Die schwedischen Heavy/Power-Metaller Sabaton haben sich auf Nachfrage zu ihrer Zurückhaltung hinsichtlich öffentlich politischer Aussagen im Rahmen ihres Künstlerdaseins geäußert. Die Band machte in der Vergangenheit bereits mehrfach klar, dass sie „unpolitisch“ wäre. Doch eine solche Haltung impliziert schnell ein privilegiertes Desinteresse – sich aus Bequemlichkeit aus kontroversen Angelegenheiten herauszuhalten. Gleichzeitig werden kritische Stimmen laut, "Stille" würde gegebene Strukturen – insbesondere in Bezug auf soziale, gesellschaftliche und ökonomische Missstände – aufrechterhalten. Kriegsthematik doch politische Zurückhaltung? Bei genauerer Betrachtung der Sabaton-Inhalte fällt auf, dass die Themen Kampf und Krieg eine zentrale Rolle einnehmen. Themen, die im historischen Kontext zwangsläufig politischen Ursprungs…
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