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Wacken Open Air 2018: Digital ist besser

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Zur Einstimmung auf das Wacken Open Air 2018 fand Ende Juni ein besonderes Konzert statt: Statt auf einer Bühne platzierte die deutsche Metal-Band Mantar ihre Verstärker mitten in einer Wiese nahe des Festivalgeländes. Dort spielte sie ihre Songs nicht etwa für ein Publikum vor Ort, sondern übertrug die Performance online per Video-Livestream in die ganze Welt:

W:O:A-Gründer Thomas Jensen freut sich: „Wir begleiten die Band schon länger, insofern war es schön, in der Lage zu sein, so etwas umsetzen zu können. Es ist top gelaufen, in hoher Auflösung.“ Möglich wurde die Aktion unter anderem durch die vorbildliche Digitalanbindung des norddeutschen Ackers.

Datendurchsatz vergleichbar mit einer mittleren Kleinstadt

Während die Netzabdeckung in anderen ländlichen Regionen Deutschlands nach wie vor deutliche qualitative Einbußen oder gar Lücken aufweist, herrscht in Wacken ein Datendurchsatz vergleichbar mit einer mittleren Kleinstadt. 2010 begannen die Festivalveranstalter mit dem Glasfaserausbau, mittlerweile sind über 8 Kilometer entsprechender Leitungen fest auf dem Gelände installiert. 576 Fasern ziehen sich durch den Boden, je 144 pro Kabel. Seit 2017 eine neue Bierpipeline verlegt wurde, hängen selbst die Bartresen im Infield fest am Netz.

Aktuell ermöglicht die Technik dem W:O:A einen 1,5 Gbit-Internetanschluss. Zum Vergleich: Ein gängiger Telekom-VDSL-Anschluss bietet einen Datendurchsatz von 50 Mbit pro Sekunde. Wo die Kabel nicht hinreichen, etwa zu abgelegenen Zonen auf dem Camping-Areal, arbeitet das Festival mit Richtfunk, um Breitband sicherzustellen.

Hohe digitale Kraft

Für reibungslosen Ab- und Vorlauf des W:O:A ist die hohe digitale Kraft unabdingbar. „Für uns war es ein logischer Schritt, sofort mitzumachen“, erklärt Jensen. „Wacken ist einerseits sehr lokal – das kleine Dorf. Und andererseits haben wir die Welt bei uns zu Gast.

Wir brauchen diese gute Anbindung, um mit unseren Partnern Livestreams zu organisieren. Auch wenn der Vorverkauf gleich nach dem Festival wieder anfängt, ist diese hohe Datenkapazität nötig und die Anforderungen an das Netz werden im Jubiläumsjahr 2019, in dem unser Open Air zum 30. Mal stattfinden wird, eher noch steigen.“

Hilfe für die Region

Die umliegenden Gemeinden profitieren von der Modernisierung. Das ICS Team arbeitete beim Bau des Netzes eng mit ihnen zusammen, dort verlegte Telekommunikationsanbieter wilhelm.tel ebenfalls Glasfaserleitungen. „Wir sehen das Festival als Katalysator für die gesamte Region“, erklärt der Veranstalter. „In anderen Gemeinden ist es wahrscheinlich viel schwieriger auf die benötigten Anschlusszahlen zu kommen. Bei uns war die Bereitschaft dafür riesig.“

Die Technik sollte in erster Linie den Leuten helfen und nicht zum Selbstzweck installiert werden, betont Jensen. Kommunikation ist für ihn ein Grundbedürfnis. „Gute Kommunikation führt zu mehr Verständnis, und dafür braucht es eben funktionierende Technik.“

Seit jeher steht das W:O:A auch für Kommunikation zwischen unterschiedlichen Szenen. Nach jahrelanger Kooperation mit der Wrestling-Community bietet das Festival 2018 zum ersten Mal der E-Sports-Gemeinschaft ein Forum und denkt so den digitalen Gedanken noch ein Stück weiter.

Free-2-Play-Arena

In der ESL ARENA WACKEN wird die Electronic Sports League (ESL) Wettkämpfe austragen, Besuchern steht eine Free-2-Play-Area zur Verfügung und Jensen kann sich auch die Einbindung von Bands vorstellen. „Ich bin überhaupt kein Gamer – bei mir hört das bei Skat und Halma auf“, lacht er. „Aber im Team finden sich viele Gaming-Affine und genau wie aus der Filmwelt, ist Metal auch aus der Spielewelt nicht wegzudenken. Viele Soundtracks beinhalten etwa Songs von großen oder kleinen Metal Bands.“

Die Musik steht beim Wacken Open Air 2018 also trotz allem an erster Stelle – ob nun auf digitaler oder analoger Ebene. Auf einem idealen Festival verschwimmen die Grenzen zwischen beiden Welten für Jensen ohnehin:

„In Wacken besteht eigentlich gar kein Unterschied zwischen analog und digital. Das was wir digital und virtuell machen, machen wir auch analog. Wir bringen Leute zusammen – auf dem Acker und im Internet. So soll das auch bleiben.“

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