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Imperium Dekadenz Meadows Of Nostalgia

Black Metal, Season Of Mist/Soulfood 9 Songs / 77:08 Min.

6.0/ 7
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Foto: Season Of Mist

Wer braucht schon Fjorde, Satan oder aufgeschlitzte Pulsadern? Imperium Dekadenz ganz sicher nicht. Die Herren Vespasian und Horaz zeigen sich auf MEADOWS OF NOSTALGIA als größte Verfechter des überflüssigen In-die-Ferne-Schweifens und gestehen sich nur mit der Wahl ihrer Pseudonyme einen Hauch römisch-antike Exklusivität zu. Der Rest ist Schwarzwald. Dass diese mythische Region schon vom Namen her bestes Black Metal-Material bietet, wussten seinerzeit bereits die Holländer Unlord, die 1997 ihr Album SCHWARZWALD aus ihrem platten Land herüberwürgten.

Unsere Nachbarn können von einem solchen Waldgebiet allerdings nur träumen. Imperium Dekadenz haben dort im wahrsten Sinne des Wortes ihre Wurzeln und widmen dem Schwarzwald ein Konzeptwerk voll von hochklassigem deutschem Black Metal: Eher getragen als unkontrolliert rasend, eher majestätische Waldwanderung als Spurt durch den nächtlichen Forst. Tatsächlich weht ein Gefühl tiefer Nostalgie durch die ausladenden Stücke, und bei aller Bissigkeit gesteht das Duo seinem Material stets ein gerüttelt’ Maß an akustischer Ruhe, Melodik und Melancholie zu, die zu den naturnahen und mythologischen Texten passen.

Der Vorteil: Die Sagen und Mythen rund um dieses bereits den Römern bekannte Waldgebiet sind bei Weitem nicht so abgegrast wie manch andere Thematik. Spätestens, wenn die umwerfenden Chöre in ‘Ave Danuvi’ einsetzen, ist das Urteil gefällt: MEADOWS OF NOSTALGIA errichtet sich mit seiner stark erzählerischen Struktur und der Midtempo-Ausrichtung eine regelrechte Dominanz innerhalb der deutschsprachigen Schwarzwurzelgemeinde. Und das nicht nur, weil der Verfasser dieser Zeilen selbst aus dem Schwarzwald stammt.


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