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Arch Enemy-Interview: „Lauren hat eine Menge Attitüde, viel Feuer und Eier“

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Jetzt ist es raus: Lauren Hart (ehemals bei Once Human) steht ab sofort bei Arch Enemy am Mikro! Um das neue Band-Mitglied gebührend einzuführen, haben die Melodic Death-Metaller soeben eine neue Single veröffentlicht. Der Track heißt ‘To The Last Breath’ und ist ein typischer Arch Enemy-Brecher, der bei den Fans Lust auf mehr wecken dürfte (Video siehe unten).

Im exklusiven METAL HAMMER-Interview spricht Arch Enemy-Mastermind und -Gitarrist Michael Amott über Lauren Hart, die Gründe für den Abgang von Alissa White-Gluz im Herbst 2025, die Pläne der Band für 2026 sowie die zwischenzeitlichen Spekulationen um die frühere Frontröhre und jetzige Managerin des Quintetts, Angela Gossow.

Michael, es ist eine aufregende Zeit für Arch Enemy-Fans. Wie ist es aktuell für euch?

Wir sind es nicht gewöhnt, so viel Aufmerksamkeit zu bekommen oder sprichwörtlich im Auge des Sturms zu sein. Aber den Leuten scheint es wichtig zu sein, was wir mit unserer Band machen. Die Menschen mögen die Band. Und das ist cool. Es war viel zuletzt, aber es wird Spaß machen.

Magst du uns nun verraten, wer die neue Sängerin ist?

Das will ich. Ich schick dir meine PayPal-Daten. Nein, Spaß! Wir arbeiten jetzt mit Lauren Hart von Once Human.

Wie seid ihr auf sie gekommen? Wie hat sich das entwickelt?

Im November standen wir plötzlich ohne Sängerin da. Damals wussten wir, dass wir für einen Haufen Konzerte in diesen Sommer gebucht waren. Die Frage war: Was machen wir? Ein Gedanke war eine temporäre Sängerin für jene Shows. Doch unsere Managerin Angela  (Angela Gossow – Anm.d.R.) stand schon in Kontakt mit Lauren, sie sind schon eine Weile befreundet. Ich habe mir ihre Sachen angeschaut, und sie haben mir echt gefallen. Also hatten wir ein paar Zoomcalls und sprachen mit ihr. Was ich nicht wollte, war, eine Sängerin von einer anderen Band zu klauen. Das kommt immer blöd und ist kein guter Start. So würde es mit viel Theater anfangen, die Fans wären zwiegespalten, weil sie vielleicht ihre vorherige Band mögen.

Doch wie sich herausstellte, ist ihre Band während der Pandemie mehr oder weniger im Sande verlaufen. Das letzte Album erschien 2022 — und zu dieser Zeit zerfiel die Gruppe irgendwie. Seitdem war Lauren sehr inaktiv in den Sozialen Medien, doch sie sang weiter und versuchte, etwas zum Laufen zu bringen. Sie schickte uns ein paar Tonaufnahmen und Videos davon, wie sie übt und alte Arch Enemy-Lieder singt. Und die klangen unglaublich! Das hatte alles, was wir brauchen! Mir war jedoch auch wichtig zu sehen, wie es ist, mit ihr zu arbeiten. So entschied ich mich schnell, das Wagnis einzugehen und schickte ihr ein paar neue Stücke, die ich geschrieben hatte. Diese nahm sie auf, was dann wiederum an unseren Produzenten und Mischer ging.

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So hatten wir dann auch ein bisschen neue Musik mit ihr, die cool klingt. Lauren hat eine Menge Attitüde, viel Feuer und Eier. Sie bringt ein Level an Aggression mit, das echt super für die Band ist. Zudem ist es wirklich angenehm, Zeit mit ihr zu verbringen. Im Januar war die ganze Gruppe eine Woche zusammen in Schweden, wir haben an ein paar Sachen gearbeitet. Das ging irgendwie ganz schön schnell. Da fragt man sich schon zwischendurch: Überstürzen wir es hier? Doch es hat sich einfach echt gut angefühlt. Wir könnten ein Jahr zu Hause sitzen und Däumchen drehen — oder uns eben einfach hineinstürzen. Da wir die richtige Person gefunden haben, warum sollten wir nicht loslegen?

Das klingt vielversprechend! Habt ihr sonst noch neue Pläne?

Wie gesagt: Es stehen einige Live-Termine an — unter anderem in China und Japan. Bei einem großen Festival in Brasilien ersetzen wir Twisted Sister als Headliner. Nach einer Pause geht es auf ein paar geile Festivals in Europa. Außerdem werden wir dazwischen echt kleine Shows in winzigen Clubs spielen. Das war meine Idee — und meine Crew hasst mich dafür, weil es sehr kompliziert ist, von einer großen Bühne zurück auf eine Bühne zu switchen, die so groß wie eine Briefmarke ist. Aber ich wollte ein Gefühl des Neubeginns haben, und dass sich die Band-Mitglieder untereinander wohlfühlen. Ich hätte es komisch gefunden, wenn wir nur auf großen Bühne auftreten würden.

Für Außenstehende war es eine ziemliche Überraschung, dass Alissa ausgestiegen ist. Wie groß war die Überraschung für euch?

Es war keine Überraschung. Für so etwas Großes gibt es nicht nur einen Grund. Es gibt immer 28 Gründe oder so dafür, warum es auf vielen Ebenen nicht funktioniert. Verschiedene Visionen und so weiter. Für uns im Inneren war es also keine Überraschung. Aber wir waren noch nie eine Band, die ihre schmutzige Wäsche vor anderen Leuten gewaschen hat. Und damit werden wir auch jetzt nicht anfangen. Manche Bands tun das und reden über jedes kleine Detail.

So ein Mensch bin einfach nicht, so eine Band sind wir nicht. Unsere frühere Sängerin ist jetzt glücklich und macht ihr Ding, wir sind glücklich und machen unser Ding. Das Leben geht weiter. Es ist wie bei jeder anderen Beziehung, auch wenn es ein Klischee ist, doch so ist es einfach. Natürlich ist es ebenfalls ein großes Risiko. Manche Bands bleiben für immer zusammen, obwohl sie sich untereinander nicht verstehen. Jetzt freuen wir uns einfach tierisch auf die Zukunft. Und ich bin total motiviert, um ehrlich zu sein.

Ein Exklusiv-Interview mit Alissa White-Gluz über ihr Aus bei Arch Enemy und ihre Solo-Pläne findet ihr in der METAL HAMMER-Märzausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!

Du hast ein paar Songs erwähnt, die du Lauren geschickt hast. Wie viele frische Lieder habt ihr denn in der Hinterhand?

Wir haben jetzt kein ganzes Album mit ihr! Es gibt einen Haufen Ideen. Stücke, die zu 50 oder 75 Prozent fertig sind. Im Moment haben wir ‘To The Last Breath’. Ansonsten gibt es noch einen weiteren Track, für den sie den Gesang aufgenommen hat, der aber noch nicht gemischt ist. Ich fand, es wäre gut, Lauren nicht nur als neue Sängerin vorzustellen, sondern ihr zudem einen neuen Song zu geben, der irgendwie ihr Song ist. Damit die Fans hören, was sie anstellen kann und wie sie klingt. Ein kleiner Ausblick auf die Zukunft, anstatt sie auf Tour lediglich unsere alten Sachen singen zu lassen.

Online gab es jüngst einige Spekulationen, wer die neue Sängerin sein könnte. Die schwarzen Handschuhe im kurzen Teaser haben viele Leute wohl an Angela erinnert. Würde es sie denn gar nicht reizen, wieder ins Mikrofon zu schreien?

Ich verstehe, dass die Fans deswegen aufgeregt waren. Fans wollen, was Fans wollen. So sind sie drauf. Die denken vielleicht nicht über alle Realitäten nach. Ihnen ist nicht bewusst, dass Menschen Dinge hinter sich lassen. Angela ist vor 13 Jahren bei Arch Enemy ausgestiegen. Aus einem Grund, den es immer noch gibt. Sie befindet sich auf einem anderen Lebensweg. Doch sie blieb bekanntlich bei uns und managt uns. Und diese Beziehung ist absolut intakt. Sie ist an vielen geschäftlichen Entscheidungen beteiligt und hilft dabei, unsere Zukunft zu gestalten. Ich schätze sie wirklich als Geschäftspartnerin.

Was ihren Gesang angeht: Sie kann gerne auf die Bühne zurückkommen und ein Lied oder eine besondere Show mit uns singen. Dafür sind wir alle offen. Doch das liegt ganz an ihr. Ich denke, sie hat ein bisschen Angst davor, die Büchse der Pandora zu öffnen. Sobald diese geöffnet ist, kann man sie nicht wieder schließen, oder? Dann will jeder eine Show. Daher denken wir an die Zukunft und beschäftigen uns damit, voranzuschreiten. Angela hat definitiv kein Interesse daran, als Vollzeitsängerin einer Band zurückkehren, die weltweit auf Tour geht. Sie lebt nun ein anderes Leben. Doch sie hat nicht erwartet, so viel Aufmerksamkeit von den Fans zu bekommen. Sie ist seit 13 Jahren raus, daher hat es sie ziemlich berührt, dass sich so viele Menschen an sie erinnert haben.

Arch Enemy „Back To The Root Of All Evil“ Tournee 2026

  • 19.07. Berlin, Bi Nuu
  • 21.07. DK-Kopenhagen, Pumpehuset
  • 22.07. SE-Stockholm, Kollektivet Livet
  • 24.07. FI-Helsinki, Tavastia
  • 25.07. EE-Tallinn, Helitehas
  • 27.07. PL-Krakow, Hype Park
  • 02.08. Köln, Club Volta
  • 03.08. FR-Paris, Maroquinerie
  • 05.08. E-Vitoria, Jimmy Jazz
  • 09.08. NL-Utrecht, Tivoli Pandora
  • 10.08. UK-London, The Underworld
  • 11.08. UK-Manchester, Rebellion


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Patric Ullaeus

Lothar Gerber schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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Arch Enemy und Alissa White-Gluz machen seit 23. November 2025 bekanntlich keine gemeinsame Sache mehr. Während die Sängerin nun ihre eigene Musik verwirklichen und veröffentlichen kann, deuteten Michael Amott und Co. womöglich jüngst an, dass die Melodic Death-Metaller die Alissas Vorgängerin Angela Gossow wieder reaktivieren, welche seit ihrem Rückzug als Managerin der Gruppe fungierte (METAL HAMMER berichtete). Frauen-Power Dieser Aufregung unter den Fans scheint Alissa White-Gluz in nichts nachstehen zu wollen, denn die Musikerin hat selbst spannende Neuigkeiten zu überbringen. Und zwar geht es um die Besetzung ihrer eigenen Band. So postete die Kanadierin am Wochenende ein kurzes Video, das…
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