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Bob Daisley äußert sich zu Ozzy Osbourne-Kränkung

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Bob Daisley hatte es mit Ozzy Osbourne nicht einfach – immer wieder gab es Streit wegen fehlender Songwriting-Credits, und trotz seiner wichtigen Beiträge zu Ozzys Solokarriere wurde Daisley seinem Empfinden nach eher totgeschwiegen. Nun sprach er mit Scott Penfold von Loaded Radio über die Brüskierung.

Kränkung

Auf die Frage, ob er nicht frustriert gewesen sei, nicht bei Black Sabbaths „Back To The Beginning“-Event gewesen zu sein, sagt er: Natürlich. Du bist nicht der einzige, der findet, ich hätte da sein müssen. Viele Leute fanden das. Dass ich nicht gebeten wurde, da zu sein, war eher der Elefant im Raum, oder nicht?“

Er führt aus: „Ich war nicht unbedingt beleidigt, dass ich nicht eingeladen wurde, weil ich vor ein paar Jahren COVID hatte und mich das komplett umgehauen hat. Deswegen kann ich sowieso nirgends hinfliegen. Ich hätte nicht mal kommen können, wenn ich es gewollt hätte. Aber eine Erwähnung an dem Tag? Die Tatsache, dass das gesamte Publikum, Tausende Leute meine Lyrics mitsangen und ich nicht einmal kurz erwähnt wurde, wirkt ein bisschen… Was ist das Wort dafür? Ich weiß es nicht genau.“

Ehre, wem Ehre gebührt

Das ist nicht das erste Mal, dass Daisleys Mitarbeit in Ozzys Solo-Band unter den Teppich gekehrt wird. Schon als Osbourne im Oktober 2024 in die Rock & Roll Hall Of Fame aufgenommen wurde, kam der Bassist und Song-Schreiber nicht zur Sprache. Er sagt: „Das war auch so eine Sache. Die Menschen redeten darüber. Manche Leute posteten auf Instagram und Facebook deswegen und fragten, was das verdammt noch mal sollte, dass ich alle Lyrics geschrieben hatte und nicht mal erwähnt werde.“

Was zwischen Ozzy Osbourne, Managerin und Ehefrau Sharon Osbourne und Daisley vorgefallen ist, kann er nicht genau festmachen. Er grübelt: „Das ist so kompliziert und verwoben, mit all den unterschiedlichen Facetten und Dingen, die passiert sind. Die Frage lässt sich so einfach nicht beantworten. 

Auslöser

Ich habe danach noch drei oder vier mal mit ihm zusammengearbeitet, wenn er mich fragte. Denn es war kompliziert. Sie feuerten mich direkt nach den Aufnahmen zu DIARY OF A MADMAN (1981). Und trotzdem wurde ich gebeten, das dritte Album auch noch mitzumachen. Das ist letztendlich nicht sofort zustande gekommen, weil Randy starb. Aber ich habe auch das dritte Album mit Jake E. Lee gemacht. Das war BARK AT THE MOON (1983)“ 

Das letzte Mal, dass der Bassist mit Sharon Osbourne gesprochen hat, war 2001 in New York. Er erzählt: „Als 9/11 passierte, waren wir gerade da, um eine Zeugenvernehmung zu machen. Lee (Kerslake, ehemaliger Ozzy Osbourne-Schlagzeuger – Anm.d.Red.) hatte gerade eine Klage gegen sie laufen wegen unbezahlter Tantiemen und falscher Nennung auf DIARY OF A MADMAN. 

Unangenehme Wendung

Das müsste das letzte Mal gewesen sein, dass ich mit ihr gesprochen habe. Früher kam ich mit Sharon sehr gut aus, und Ozzy und ich waren gute Kumpel. Es war für mich sehr traurig, das alles enden zu sehen. Ich verstand mich mit beiden ausgezeichnet“, erinnert er sich.

„Als ich hörte, dass Ozzy gestorben war, verdrückte ich ein paar Tränen, weil viele gute Erinnerungen aufkamen. Es gab schlechte Zeiten aber auch viele gute Zeiten. Es gab viel Gelächter, Spaß und Kreativität. Das kam alles zurückgerauscht und ich vergoss ein paar Tränen“, gesteht Daisley.

Böses Blut beiseite

Trotz des bösen Bluts würde der Bassist heute wieder mit Sharon Osbourne sprechen. Er sagt: „Ich würde mit ihr reden. Ich hasse sie nicht. Wenn es etwas zu bereden gäbe, würde ich es tun. Ich bin kein rachsüchtiger Mensch und auch nicht nachtragend. An dem Tag als Ozzy starb, fühlte ich für seine Familie mit. Ich sehe Menschen nicht gerne leiden. Mit all diesen Erinnerungen, die zurückkehrten war es traurig für mich. Und es war traurig, zu wissen, was sie durchmachten.“

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1979 lernten sich Ozzy Osbourne und Bob Daisley in London kennen und gründeten zusammen mit Randy Rhoads und später Lee Kerslake die Band Ozzy Osbourne. Gemeinsam nahmen sie BLIZZARD OF OZZ (1980) auf sowie DIARY OF A MADMAN. Daisley und Kerslake wurden vor Veröffentlichung des Albums gefeuert und ihre Namen deswegen nicht in den Album-Credits genannt, obwohl sie darauf spielten.


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Ozzys Familie verkauft T-Shirt mit Roger Waters-Diss

Dass Roger Waters gerne mal mit kruden Äußerungen glänzt und Feingefühl scheinbar ein Fremdwort für ihn ist, ist nichts Neues. Bewiesen hat dies der einstige Pink Floyd-Musiker erneut, als er posthum über Ozzy Osbourne gelästert hat. Laut Rogers sei Ozzy „Hunderte Jahre mit seiner Idiotie und seinem Nonsens überall im Fernsehen“ gewesen. Das musikalische Schaffen des „Prinzen der Dunkelheit“ und von Black Sabbath sei ihm unterdessen schon immer „scheißegal“ gewesen. Eine Reaktion von Ozzys Sprössling Jack folgte natürlich auf den Fuß. „Hey, Roger Waters. Fick dich. Wie armselig und realitätsfremd du geworden bist. Der einzige Weg, wie du heutzutage Aufmerksamkeit…
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