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Die 500 besten Metal-Alben (1): Metallica MASTER OF PUPPETS

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METAL HAMMER hat die 500 besten Metal-Alben aller Zeiten gewählt – mit einer fast 100-köpfigen Jury. In die Liste geschafft haben es Veröffentlichungen von 1970 bis 2023. Heute stellen wir daraus vor:

Platz 1: MASTER OF PUPPETS von Metallica (1986)

Countdown, Trommelwirbel, Gänsepelle … Vorhang auf für das beste Album der Metal-Geschichte! Äh, Moment mal – ist MASTER OF PUPPETS überhaupt das beste Album der Metallica-Geschichte …? Darüber streiten sich spätestens seit 1988 und …AND JUSTICE FOR ALL die Rock-Gelehrten. Es gibt zudem zahlreiche Fans, die RIDE THE LIGHTNING (1984) aufgrund der noch juve­nileren Herangehensweise im direkten Vergleich höher bewerten. In der Struktur ähnelt MASTER OF PUPPETS seinem direkten Vorgänger, führt die einzelnen Teile aber viel detaillierter aus. Die 54 Minuten und 41 Sekunden wirken komplett durchdacht und durchkomponiert. Jede Facette hat ihren festen Sitz und Sinn.

Angefangen beim ikonischen Coverartwork über die anspruchsvollen Texte, welche die Mechanismen des Krieges, Kontrollängste, Drogenabhängigkeiten, Geisteskrankheiten oder religiöse Irrwege thematisieren bis hin zur Musik, die den Hörer in ein wohltemperiertes Schleudertrauma versetzt, aber trotz aller Härte salbungsvoll wirkt. Komplexe Strukturen, musikalischer Tiefgang, dennoch gewaltige Mitsingquote – und Gitarrensoli für die Ewigkeit. Die Kompositionslehren, die Hetfield und Ulrich seitens Cliff Burton seit Gründung der Band eingetrichtert wurden, kommen hier zur formvollendeten Blüte. Allein das Instrumental ‘Orion’ ist hinsichtlich seiner klassischen Einflüsse und kunstvollen Umsetzung ein gleißender Stern – nicht nur am Metal-, sondern musikhistorischen Firmament. Die Länge der acht Lieder liegt im Schnitt bei über sechseinhalb Minuten. Leichte Kost sucht man woanders, nachhaltiges Headbanger-Futter exakt hier.

Thrash Metal mit massivem Prog-Einschlag

Im Prinzip ist MASTER OF PUPPETS ein Thrash Metal-Album mit massivem Prog-Einschlag (nicht umsonst haben Dream Theater das Werk einst auf der Bühne in Gänze dargeboten). Die Klammer bildet jedoch ein Duo infernale: ‘Battery’ leitet das Opus akustisch ein, nur um dann in ein Thrash-Massaker überzuleiten. Das Pendant am anderen Ende heißt ‘Damage Inc.’ – und macht seinem Namen alle Ehre. Eine Riff-gewaltige Abrissbirne mit mehreren Tonnen Gewicht und massiver Durchschlagskraft. Zwischen diesen beiden Geschossen zeigen Metallica ihr komplettes Register: Schleppend-groovende Ungetüme (‘Leper Messiah’, ‘The Thing That Should Not Be’) bauen sich vor dem Hörer ebenso auf wie klassischer Thrash-Galopp (‘Disposable Heroes’ – das Metallica-Riff, das Kerry King laut eigener Aussage gern selbst geschrieben hätte) und die mitreißende Halbballade ‘Welcome Home (Sanitarium)’.

Im Mittelpunkt des Werks steht aber der Titel-Song – eine knapp neunminütige Ode an die Metal-Freude. Die Wendungen, Stimmungswechsel und fein gesetzten Melodielinien verströmen fast schon eine majestätische Aura. So fein die musikalischen Züge auch wirken – gesanglich wird der Kontrapunkt gesetzt. Hetfield giftet seine Worte unablässig und unnachgiebig ins Mikro. Kaum ein Höhepunkt, der nicht nach dem ersten Durchlauf fest im Ohr sitzt und mit geballter Faust nachgebrüllt werden kann. MASTER OF PUPPETS ist das letzte „Szenealbum“ von ­Metallica, selbst wenn damals bereits aus dem Underground massives Grummeln zu vernehmen ist. Der Klang aus den Händen von Produzent Flemming Rasmussen passt sich dem Material an, bietet weitaus mehr Raum und Transparenz als noch RIDE THE LIGHTNING, wirkt angenehm „warm“ und ist ein weiterer Schritt in Richtung Kommerzialisierung.

„Nur ein weiteres Studioalbum“ für Metallica

Dies lässt sich an den Chart-Platzierungen zum damaligen Zeitpunkt nur milde ablesen: Platz 31 in Deutschland, nur zwei Positionen besser in den USA. MASTER OF PUPPETS hat aber einen langen Atem, gewinnt im Lauf der Jahre und Jahrzehnte immer mehr Fans und genießt wachsende Hochachtung, auch unter Kollegen – wie es sich für einen Klassiker gehört. MASTER OF PUPPETS ist das letzte Album in der „klassischen“ Besetzung dieser Band. Für Metallica war MASTER OF PUPPETS während der Aufnahmen in den Sweet Silence-Studios in Kopenhagen 1985 „nur ein weiteres Studioalbum“ – für METAL HAMMER ist es jedoch ab sofort offiziell das beste Opus der Metal-Geschichte! (Matthias Weckmann)

Die komplette Liste der 500 besten Metal-Alben aller Zeiten entstammt METAL HAMMER-Ausgabe 07/2024 – unserer 500. Ausgabe aus unserem 40. Jubiläumsjahr. Das Heft ist restlos vergriffen. Ihr findet die Liste weiterhin auf metal-hammer.de.

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