Das komplette Interview mit Doro findet ihr in der METAL HAMMER-Juliausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!
Deutschland im Jahr 1980. In der Jugendszene rumort es, aus Großbritannien schwappt seit einigen Jahren die New Wave Of British Heavy Metal über den Kontinent sowie die Welt, und überall gründen sich Bands, die dem neuen Sound frönen. Auch in Düsseldorf finden sich einige Jugendliche, die ihre Matten züchten, ihre Gitarren verzerren und ihrer Wut durch Musik zum Ausdruck verhelfen wollen. Eine Freundin überredet die 16-jährige Dorothee Pesch, die bisher nur für sich zu Hause gesungen hatte, bei der Band Snakebite vorstellig zu werden.
„Ich meine mich zu erinnern, dass der erste Song, den ich damals bei ihnen gesungen habe, ‘Shakedown’ hieß“, erinnert sich die deutsche Metal-Queen lachend an ihre ersten Schritte auf dem Heavy Metal-Parkett. „Wir haben damals schon bei unseren ganz frühen Bands Wert darauf gelegt, eigene Songs zu schreiben. Wir wollten auf keinen Fall Cover-Versionen spielen. Der erste Auftritt mit Snakebite erfolgte im Jahr 1981, also kaum zwölf Monate später.“Trommelfeuer
Der Anfang ist gemacht, die Geschichte nimmt ab sofort rasant Fahrt auf. Zwar spielen Snakebite diverse Demos ein, aber schon wenige Monate später werden Teile der Band mit Doro zu Beast. Schon damals an der Gitarre und am Bass: Peter Szigeti und Frank Rittel, die späteren Warlock-Recken. Beast nehmen 1981 ein namenloses Demo mit sieben Songs auf (darunter dramatisch betitelte Stücke wie ‘Black Devil’ oder ‘Magic Power’), das in den folgenden Jahrzehnten unzählige Male als Bootleg erscheint. 2017 presst ein obskures Label die Aufnahmen sogar auf CD und Vinyl. Aber das ist dem Nachruhm von Warlock und vor allem Doro Pesch geschuldet. 1981 ist die Stimmung bei Beast alles andere als gut.
„Wir wurden etwas professioneller und hatten sogar ein Banner für Live-Auftritte. Aber es ging einfach nicht recht vorwärts.“ Dabei muss man bedenken, dass die Protagonisten damals alle noch nicht volljährig waren. Aus- und Eintritte waren auch von der Tagesform abhängig, diverse Bands probten damals in einem Komplex in der Ronsdorfer Straße, der heute noch steht. Allerdings war das Bauwerk damals in einem erbärmlichen Zustand. Es gab gerade mal Strom. Fließendes Wasser kam eher von den Wänden, es war kalt und dreckig. Und es gab auch Bewohner, die den Muckern alles andere als wohlgesonnen waren. „Der Eingangsbereich war eine Toreinfahrt und wie der Zugang zu einer Burg. Die Leute bewarfen uns aus den Fenstern mit Müll und Bechern voller Pisse.Der Beginn einer neuen Ära
Es war jedes Mal ein Spießrutenlauf, um überhaupt ins Innere zu gelangen“, erinnert sich Pesch. Trotzdem nimmt sie es mit der Karriere sehr ernst. Erstaunlich, denn ihre bisherigen Bands waren nicht über das Demostadium hinausgekommen, was sich auch mit Attack nicht än-dert. Auch hier spielen einige Bekannte von ihr, aber die Chemie unter den Musikern ist schlecht. Deshalb versucht die in den gleichen Proberäumen ansässige Band Stormwind, Doro als Sängerin an Bord zu holen. Obwohl sie sich nicht ganz sicher ist, sagt sie schließlich zu, mit der Bedingung, dass auch Peter Szigeti wechseln solle.
„Ich hatte mir schon Texte von Stormwind draufgeschafft, als ich plötzlich Rudy Graf über den Weg lief, den ich sehr mochte. Er wollte mit mir zusammenspielen, aber ich hatte ja gerade bei Stormwind zugesagt und saß in der Zwickmühle.“ Zum Glück für die Metal-Welt entscheidet sich die Blondine richtig und gründet mit Szigeti und Graf 1982 Warlock. Der Beginn einer neuen Ära.
Wie schwierig das Finden der richtigen Musiker für Warlock war, wie verbrecherisch das Gebaren mancher Labels damals gewesen ist und warum die ersten beiden Album-Cover in die Hose gingen, lest ihr in der METAL HAMMER-Juliausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!
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