Das komplette Interview mit Nikco McBrain über ‘Burning Ambition’ findet ihr in der METAL HAMMER-Juliausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!
METAL HAMMER: Du warst damals sehr wütend darüber, dass Bruce die Band verlassen wollte. Wie blickst du heute darauf zurück?
Nicko McBrain: Ich war definitiv derjenige, der am offensten darüber gesprochen hat. Nach dem Treffen 1999 in Brighton, bei dem beschlossen wurde, dass Bruce und Adrian zurückkehren würden, gingen Bruce, Janick und ich noch in einen Pub. Dort legte ich meinen Arm um Bruce und sagte ihm: „Ich kann nicht ändern, wie ich damals empfunden habe.“ Und dann sagte ich ihm: „Ich liebe dich.“ Bruce antwortete: „Ich würde es nicht anders haben wollen, Nick. Ich liebe dich auch.“
Das war ein unglaublich ehrlicher Moment zwischen uns. Normalerweise zeigt Bruce seine Gefühle nicht. Ich entschuldigte mich nicht, sondern erklärte nur, wie ich mich damals gefühlt hatte. Und damit war dieses Thema erledigt. Ich hatte diesen Ärger sechs Jahre lang mit mir herumgetragen. Damals sagte ich zu Steve sogar: „Wenn jemand den Namen McBrain beschmutzt, bekommt er keine zweite Chance.“ Aber als Christ lernte ich zu vergeben. Vielleicht nicht zu vergessen – aber zu vergeben.
Freude und Dankbarkeit
MH: Nimm uns bitte mit zu deiner letzten Show 2024 in São Paulo! Wie war dein emotionaler Zustand vor diesem Konzert?
NMB: Es waren gemischte Gefühle. Einerseits war ich erleichtert, weil das ständige Reisen inzwischen extrem anstrengend geworden war. Koffer packen, fliegen, jeden Tag in einer anderen Stadt – das zehrte an mir. 2023 hatte ich einen Schlaganfall, meine körperliche Verfassung ließ mir einfach nicht mehr genug Zeit zur Regeneration. Und ich wollte nicht in die große 50-Jahre-Tour gehen und nur noch 80 Prozent meiner Leistung bringen. Diese fehlenden 20 Prozent waren für mich nicht akzeptabel. Hinzu kam, dass ein enger Freund von mir kurz zuvor in Costa Rica ertrunken war. Das traf mich viel härter, als ich erwartet hatte. Die anderen bemerkten, dass etwas nicht stimmte. Janick fragte mich sogar während einer Show, ob alles okay sei.
Als ich vor diesem Konzert den Gang zur Bühne entlanglief, wusste ich: Das ist das letzte Mal, dass ich mit meinen Brüdern spielen werde. Wir hatten einen fantastischen Abend, und die Liebe der Fans war überwältigend. Am Ende merkte ich, wie ich anfing zu weinen. Nicht aus Traurigkeit, eher aus Freude und Dankbarkeit. Aber natürlich war auch ein wenig Traurigkeit dabei, weil ich wusste, dass es das letzte Mal war. Ich bin dann schnell von der Bühne gerannt, bevor es jemand bemerkte … (lacht)
Ein ehrliches Buch
MH: Ende Oktober erscheint deine Autobiografie ‘Hello Boys And Girls!’ Welche Seiten von Nicko McBrain werden die Leser darin entdecken, die sie bisher vielleicht noch nicht kannten?
NMB: Das kann ich natürlich jetzt noch nicht komplett verraten. Aber das Buch beginnt wirklich ganz am Anfang – bei meiner Geburt, meiner Familie, meiner Kindheit in Wood Green und meinem Weg in die Musik. Natürlich steckt ein Großteil von Iron Maiden darin, schließlich war das 42 Jahre lang mein Leben. Einige Geschichten mussten leider herausgekürzt werden, weil ein Buch eben nicht endlos lang sein kann. Aber ich denke, es ist ein ehrliches Buch geworden. Es wird vielleicht Menschen geben, die sich mehr „Dreck“ oder Skandale wünschen. Aber das wollte ich nicht. Es gab solche Geschichten, klar … Aber ich wollte kein bösartiges oder verletzendes Buch schreiben.
Warum sich die Geschichte von Iron Maiden beinahe traumartig anfühlt, ob die Achtziger wie in ‘Burning Ambition’ beschrieben wirklich extrem stressig waren und welche Herrschaftsform es innerhalb der Band gibt, lest ihr in der METAL HAMMER-Juliausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!
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