Jon Schaffer (Iced Earth) kooperiert weiterhin mit Ermittlern des Kapitol-Aufstands

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Obwohl es inzwischen anderthalb Jahre her ist, dass Iced Earth-Gitarrist Jon Schaffer als Teil der rechtsextremen Gruppierung Oath Keepers tatkräftig an den Aufständen im US-amerikanischen Kapitol mitgemischt hat, konnte noch immer kein gerichtliches Urteil für den Musiker gefällt werden.

Noch immer kein Urteil

Schaffer, der sich Berichten zufolge seit mehreren Wochen vor den Gerichtszustellern in der anbelangten Sache versteckt, ist weiterhin auf freiem Fuß und umgeht seine gesetzlichen Pflichten gekonnt. Weiterhin kooperiert er mit den zuständigen Behörden. In einem Statusbericht, der am vergangenen Freitag (28. Oktober 2022) vor dem Bundesgericht in Washington, D. C., einging, schrieb Schaffers Anwalt Andrew C. Marcantel, dass sein Mandant „weiterhin unter der Aufsicht des District Of Columbia Pre-Trial Services Department auf freiem Fuß ist.“ Die Bedingungen für seine Freilassung nach der Untersuchungshaft hätte er eingehalten.

Des Weiteren betonte Marcantel, dass die Kooperationsvereinbarung zwischen Schaffer und den Ermittelnden im Fall der Aufstände im Kapitol bloß aus „einer der größten Verschwörungen“ resultierte, die es anzuklagen gilt. Ein Verhandlungstermin stünde noch immer aus. Marcantel bat allerdings mehrfach ausdrücklich um die Möglichkeit, „am oder um den 26. Januar [2023] einen gemeinsamen Statusbericht einzureichen.“ (Anmerkung: Im Statusbericht wird das Jahr für die nächste Statusaktualisierung fälschlicherweise mit „2022“ angegeben)


Strafmilderung?

[Originalmeldung vom 22. Februar 2022:] Iced Earth-Gitarrist Jon Schaffer bekannte sich Anfang 2021 wegen seiner Teilnahme bei den Unruhen im US-amerikanischen Kapitol schuldig. In gleichem Zuge schloss er einen Kooperationsdeal mit der Regierung ab, mit der er weiterhin zusammenarbeitet.

Obwohl Schaffer ursprünglich wegen sechs Straftaten angeklagt war (unter anderem Ausübung körperlicher Gewalt und Einsatz von Bärenspray gegen die Polizei), bekannte er sich nur in zwei Fällen schuldig. Dabei handelt es sich um die Behinderung eines offiziellen Verfahrens und unbefugtes Betreten des Kapitols mit einer tödlichen Waffe. Die erste Anklage kann mit bis zu zwanzig Jahren Gefängnis bestraft werden, die zweite mit bis zu zehn Jahren.

Als Teil der Vereinbarung erklärte sich Schaffer laut CNN bereit, mit Ermittelnden in diesem Fall zu kooperieren und möglicherweise in damit verbundenen Strafverfahren auszusagen. Im Gegenzug für Schaffers Unterstützung könnte das Justizministerium den Richter nun dazu bringen, bei der Verurteilung Milde walten zu lassen. Als Teil der Vereinbarung hat das Justizministerium außerdem angeboten, Schaffer in das Zeugenschutzprogramm aufzunehmen.

Jon Schaffer als Teil der rechtsextremen Gruppe Oath Keepers

Laut einer Pressemitteilung vom April 2021 hat Schaffer „zugegeben, dass er ein Gründungsmitglied auf Lebenszeit“ der rechtsextremen Gruppe Oath Keepers ist. Vergangenen Monat hat der Richter des US-Bezirksgerichts Amit Mehta dem Antrag der US-Regierung stattgegeben, versiegeltes Material aus dem Fall, der Schaffers Rolle bei den Aufständen betrifft, als Beweismittel für die drei Hauptfälle der Oath Keepers zur Verfügung zu stellen. Stewart Rhodes, Gründer und Anführer der Oath Keepers, und mehrere seiner Stellvertreter wurden wegen aufrührerischer Konspiration angeklagt. Rhodes und seinen Mitangeklagten wird vorgeworfen, Handfeuerwaffen mit sich geführt zu haben, an Kampftrainings zur Vorbereitung des Angriffs teilgenommen und Pläne zur Unterstützung der Unruhen entworfen zu haben.

„Koordinierter Akt des Inlandsterrorismus“

Im Dezember 2021 wurde vor dem Bundesgericht in Washington D.C. eine Klage eingereicht, die sich gegen 31 Mitglieder der Oath Keepers und der Proud Boys – darunter Jon Schaffer — richtet. In dem Schreiben wurden die erwähnten Gruppen eines „koordinierten Akts des Inlandsterrorismus“ beschuldigt. Laut CNN beruft sich die Klage auf das Ku-Klux-Klan-Gesetz von 1871. Dieses wurde zum Schutz der Bürgerrechte verabschiedet.

In einem Status-Update, das am 18. Februar 2022 vor dem Bundesgericht in Washington einging, schrieb US-Anwalt Matthew M. Graves, dass die „Regierung berichtet, dass der Angeklagte Jon Schaffer weiterhin mit derselben kooperiert“. Außerdem bat die Staatsanwaltschaft um eine Frist für einen weiteren Statusbericht in seinem Fall. Dieser soll spätestens im Mai 2022 erfolgen.

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