Judas Priest: Künstlerische Würdigung

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Eine ganz besondere Ehre erfährt das Judas Priest-Kultalbum SCREAMING FOR VENGEANCE. Gewissermaßen von Fans für Fans umgesetzt, wie das Interview mit Autor Rantz Hoseley deutlich aufzeigt.

METAL HAMMER: Rantz, du warst bereits Judas Priest-Fan, als SCREAMING FOR VENGEANCE erschien. Wie kamst du dazu, und hast du damals auch andere Metal-Bands gehört?

Rantz Hoseley: Ich stand schon immer auf härteren Rock, doch in jüngeren Jahren mochte ich vor allem AOR-Bands wie Styx. In der siebten Klasse brachte einer meiner Kameraden eine Kassette mit ‘Hell Bent For Leather’ und ‘Killing Machine’ mit zur Schule. Wir drängten uns alle heimlich um den Ghettoblaster und hörten zu. Danach hing ich in Bezug auf Judas Priest am Haken. Ich glotzte in Plattenläden Band- und Artwork-Poster an, die zur Promotion neuer Platten aufgehängt wurden. Als SCREAMING FOR VENGEANCE erschien, stand ich da und meine Kinnlade fiel herab – was zur Hölle war das denn?

Ich kaufte die Kassette und spielte sie als Soundtrack in meinem Auto ab. Das Album lief so lange, bis das Band ausleierte. Ich kann bis heute die davon kommende Unebenheit hören, wenn ‘Electric Eye’ läuft – es ist so fest in mir verknüpft, dass ich fast schon darauf warte. Das war vor 40 Jahren, doch die Liebe zum Metal ist bis heute ein großer Teil von mir.

MH: Was genau gefiel dir an Judas Priest, und was ist für dich das Besondere an diesem Album?

RH: Zunächst einmal der Gitarrenklang! Priest waren die erste Band, bei der mir auffiel, dass die Gitarren andersartig klangen und wie sie gegeneinander spielten. Die Gitarreneinleitung von ‘Electric Eye’ lässt einen aufhorchen, und dann … kommt Rob mit diesem Heulen dazu? Wem das keine Gänsehaut erzeugt, der ist vermutlich tot. SCREAMING FOR VENGEANCE symbolisiert für mich Priests Aufstieg: Jeder Track ist perfekt! Mix und Produktion fangen ihre Energie und Entschlossenheit ein, ohne dass dafür Melodien oder die Anmut ihrer Kompositionen geopfert werden. Und das Artwork von Doug Johnson? Es hat für den Metal alles verändert und bleibt bis heute eines der besten Platten-Cover überhaupt!

Mit Liebe zum Album

MH: Wie kamst du auf die Idee, eine auf diesem Album basierende Graphic Novel zu erschaffen – und wie sah die Arbeit daran aus?

RH: Priest tragen die direkte Verantwortung für die erste je von mir verfasste Comic-Geschichte. Mitte der Achtziger reiste ich vom Bundesstaat Washington nach Kalifornien, um mir dort Kunstschulen anzusehen. Die Fahrt führt durch Ödland, also vertrieb ich mir die Zeit mit dem Hören der immergleichen Kassetten und notierte dabei Ideen – Geschichten, Charaktere und Konflikte, die mir angesichts des Terrains und der Musik von Judas Priest kamen. Zwar war das nicht die finale Geschichte, aber definitiv der Ausgangspunkt dafür. Mir war wichtig, eine große, epische Geschichte mit opernhaften Zügen zu entwickeln, wie Herberts ‘Dune’ oder Moebius’ Arbeit mit Jodorowsky.

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Musik und Songs haben das verdient! Die Geschichte von ‘The Hellion’, ‘Electric Eye’ und dem ‘Bloodstone’ ging mir immer wieder durch den Kopf. Als ich diese Ideen in eine Geschichte mit der Band übersetzt hatte, verpflichtete ich Neil Kleid als Co-Autor. Er musste dafür sorgen, dass meine Liebe zum Album und den Liedern mich nicht blind für die Stellen machte, an denen Geschichte und Skript Arbeit erforderten. Es war eine tolle Kollaboration, und was Chris Mitten und Dee Cunniffe als Künstler abgeliefert haben… Ich werde danach in Rente gehen müssen – wie zur Hölle sollte man das jemals übertreffen können?

In der METAL HAMMER-Juliausgabe präsentieren wir euch die ersten 6 Seiten des Werks. Zudem erzählt Judas Priest-Bassist Ian Hill seine Beziehung zu Graphic Novels und wie sehr er sich über die SCREAMING FOR VENGEANCE-Umsetzung freut.


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