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Metalcore: Das hat es mit dem Genre auf sich – Geschichte und wichtige Vertreter

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Metalcore ist wie der Name schon andeutet eine Verbindung von Hardcore und Metal – vornehmlich jenem der eher extremeren Gangart. Auch wenn der Begriff des Metalcore erst in den 2000er-Jahren im Mainstream so richtig bekannt wurde: Geprägt wurde das Genre (besser gesagt: die Fusion aus mehreren Genres) bereits in den 1980er-Jahren, als die ersten Bands aus dem Hardcore-Umfeld damit begannen, musikalisch keinen Hehl aus ihrer Liebe zu Metal zu machen.

Nachhören kann man das bei New Yorker Hardcore-Bands wie Cro Mags oder Agnostic Front, aber auch bei britischen Hardcore-Punks wie The Exploited oder Discharge. Auch Suicidal Tendencies können als Wegbereiter dieser Spielart angesehen werden. Zum ersten Mal kann man den Begriff Metalcore dann in den 1990er-Jahren finden. Bands wie Converge, Disembodied oder Integrity entstanden und konnten erste Erfolge feiern.

Seinen Höhepunkt feierte Metalcore in den 2000er Jahren. Bands wie Bullet For My Valentine, Killswitch Engage, As I Lay Dying, Trivium und All That Remains (die Reihe lässt sich noch weiter fortsetzen) feierten große Erfolge und konnten sich langfristig etablieren.

Stilistische Merkmale

Zunächst setzten die meisten Sänger beim Metalcore noch auf reines Screaming, später mischte sich auch immer mehr regulärer Gesang dazu. Viele Bands bauen auf einer Mischung aus Screaming und regulärem Gesang. Die Gitarren sind meist tiefer gestimmt – beliebt ist Drop-D-Tuning, es darf aber noch weiter runtergehen. Dabei kommen oft auch sieben- und achtsaitige Gitarren zum Einsatz. Doublebass-Attacken finden sich genauso in der Musik wieder wie Blastbeats. Metalcore lebt auch von der Dynamik beziehungsweise von den Wechseln von grooviger Härte und Melodiösität. Meist handelt es sich bei Metalcore-Alben um imposante Produktionen, Kritiker behaupten gerne, das Genre klänge oft überproduziert.

Metalcore: Hier findet ihr eine Auswahl bekannter und wichtiger Vertreter des Genres

Parkway Drive

2003, genau zu dem Zeitpunkt als zahllose Metalcore-Formationen aus den Proberäumen schossen, gründete sich die aktuell wohl erfolgreichste: Parkway Drive, bestehend aus den beiden Gitarristen Luke Kilpatrick und Jeff Ling, dem Bassisten Jia O’Connor, Schlagzeuger Ben Gordon und Sänger Winston McCall, nennen Australien ihre Heimat und verkauften weltweit bislang mehr als 20 Millionen Tonträger, Tendenz steigend. Begonnen hat alles mit ihrem  2005 erschienen Debüt KILLING WITH A SMILE, auf dem Killswitch-Engage-Gitarrist Adam Dutkiewicz seinen Beitrag leistete. Seither folgten fünf weitere Alben, das letzte davon 2018 unter dem Namen REVERENCE. Außerdem wichtig: Bei Parkway Drive gibt es keinen Clean-Gesang (mehr), dafür umso fettere Breakdowns.

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Heaven Shall Burn

In Anspielung an die New Wave of British Heavy Metal der späten 70er- und kompletten 80er-Jahre wird die Metalcore-Bewegung oft auch der New Wave of American Heavy Metal zugeordnet. Dementsprechend viele amerikanische Genre-Vertreter gibt es – dieser Artikel nennt nur eine Handvoll. Aber Achtung; zeitgleich zum Metalcore-Boom in den Staaten brodelte auch in Deutschland die Metalcore-Ursuppe. Schnell schwappten zahlreiche Bands über, die allesamt ihre Geburtsstunde im Musikuntergrund Deutschlands feierten. Eine davon: Heaven Shall Burn. 1996 fanden sie zusammen und nannten sich Before The Fall, nur um sich kurz darauf in Consense umzutaufen. Kurz vor den Aufnahmen zum ersten Album ASUNDER änderten sie ein letztes Mal ihren Namen und wurden dabei von den schwedischen Black-Metallern Marduk inspiriert. Heute sind sie als Heaven Shall Burn und mit acht, bald neun Studioalben nicht mehr aus der Metalcore-Szene wegzudenken.

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Converge

Sie sind eine der wegweisenden Bands des Genres, das später als Metalcore bekannt werden sollte: Converge gründeten sich 1990 in Salem, Massachusetts. Die Band ist sowohl im Hardcore als auch im Heavy Metal verwurzelt – und leisten mit der Verbindung dieser Stile Pionierarbeit. 1994 erscheint das Debütalbum HALO IN A HAYSTACK. Etliche Releases, EPs und Splits folgen — und eine immer größer werdende Popularität. Die Band tourt mit Slayer – ein Ritterschlag für jeden, der etwas mit Metal zu tun hat. Auch mit Slipknot teilt man sich die Bühne. 2016 unternehmen Converge ein spannendes Projekt: Gemeinsam mit Chelsea Wolfe, Ben Chisholm, Stephen Brodsky und Steve Von Till spielt die Band vier besondere Konzerte, die als Post-Rock/Ambient-Interpretationen ihres Werks konzipiert sind. Das erste Konzert findet im Postbahnhof in Berlin statt, weitere in Reims, London und auf dem niederländischen Roadburn Festival. Das bislang letzte Album, THE DUSK IN US, erscheint 2017.

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Florian Stangl
Daniela Adelfinger
Christina Wenig

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Saitenhieb: Prophet Lars Ulrich

Liebe Rocker! Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt. Der andere packt sie kräftig an und handelt. So geschehen 2000, als sich Lars Ulrich auf die kurzen Hinterbeine stellte und gegen Tauschbörsen der Kategorie Napster bellte (um mal im Reimschema zu bleiben). Der Aufschrei in der Netzgemeinde war groß – Tenor: Dieser Multi­millionär gönnt seinen Fans (also uns) den Dreck unter dem Fingernagel nicht. Skandal! Dabei haben wir diesem Raffzahn doch seine Villa, seine Gemälde plus Privat-Jet finanziert. Das stimmt. Aber freiwillig. Und im Austausch gegen eine Leistung. Mit Napster geriet das Ganze dann ins Ungleich­gewicht. Die User erhielten…
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