Toggle menu

Metal Hammer

Search

Ozzy Osbourne: 30 Jahre OZZMOSIS

von
teilen
mailen
teilen

1991 hatte Ozzy Osbourne der Musikwelt eigentlich Lebewohl gesagt. NO MORE TEARS sollte sein letztes Soloalbum sein, die dazugehörige Tournee trug den sarkastischen Titel ‘No More Tours Tour’. Doch vier Jahre später war es so weit: Mit OZZMOSIS, seinem siebten Studioalbum, meldete sich der Prince Of Darkness eindrucksvoll zurück.

Ozzy Osbourne zwischen Paris und New York

Die Aufnahmen fanden in zwei Metropolen statt: Paris und New York. Die Produktion verlief jedoch alles andere als glamourös. Zunächst war Michael Wagener als Produzent an Bord, doch nach sieben fertigen Songs wurde er von Epic Records gegen Michael Beinhorn ausgetauscht. Der neue Mann am Mischpult sorgte für Frust: Ozzy sprach später in einem Interview mit Classic Rock von „Psychospielchen“ und endlosen Wiederholungen im Studio.

Beinhorn steuerte auch die meisten Keyboard-Einlagen bei, während in den Songs ‘Perry Mason’ und ‘I Just Want You’ das auffällige Mellotron erklingt – gespielt von Rick Wakeman, bekannt durch David Bowies ‘Space Oddity’ und Arbeiten mit Elton John und Cat Stevens. Ursprünglich sollte Gitarrenvirtuose Steve Vai mitwirken, doch ein Streit beendete die Zusammenarbeit. Vai behauptete 2023 in einem Interview mit eonmusic, er habe noch ein ganzes Ozzy-Album aus dieser Zeit bei sich zu Hause. Die Band hinter OZZMOSIS war auch ohne Vai ein echtes All-Star-Team: Zakk Wylde an der Gitarre, Geezer Butler am Bass und Deen Castronovo am Schlagzeug. Es blieb das einzige Album in dieser Besetzung.

Ein Vermächtnis, das bleibt

Trotz aller Widrigkeiten landete OZZMOSIS auf Platz 4 der US Billboard 200 und Platz 30 in Deutschland. Drei Singles wurden ausgekoppelt: ‘Perry Mason’, ‘See You On The Other Side’ und ‘I Just Want You’ – allesamt düstere Hymnen mit Ohrwurmcharakter.

Nach Ozzy Osbournes Tod im Juli 2025, nur wenige Wochen nach seinem letzten Konzert mit Black Sabbath in Birmingham, bekam OZZMOSIS eine neue Bedeutung. Das Album ist ein Zeugnis von Durchhaltevermögen, kreativer Reibung und musikalischer Magie. In einer Zeit, in der Ozzy Osbourne nicht mehr unter uns weilt, klingt jeder Ton wie ein Echo seines unsterblichen Willens, niemals leise zu sein.


Bestens informiert über dieses und alle weiteren wichtigen Themen im Metal bleibt ihr außerdem mit unserem Newsletter. Einmal pro Woche flattert euch übersichtlich sortiert ein Update ins Postfach. Einfach anmelden, damit euch auch sicher nichts entgeht.

Nuria Hochkirchen schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

teilen
mailen
teilen
Joan Jett: 45 Jahre Solo-Debüt BAD REPUTATION

Es gibt Debütalben, die höflich anklopfen, sich vorstellen und artig fragen, ob sie vielleicht kurz reinhören dürfen. Dann gibt es noch BAD REPUTATION. Joan Jett hat 1981 der gesamten Musikindustrie den Mittelfinger gezeigt und dabei so breit gegrinst, dass selbst die härtesten Punk-Veteranen anerkennend nicken mussten. Genug Selbstbewusstsein und Durchhaltevermögen Dabei beginnt die Geschichte dieses Albums nicht mit einem glamourösen Labelvertrag, sondern einer Abfuhr nach der anderen. Nach dem Ende der Runaways stand Jett an einem Scheideweg: weitermachen oder untergehen. Sie entschied sich für Ersteres - und zwar mit einer Sturheit, die man sonst nur von heutigen nordischen Metal-Demos kennt,…
Weiterlesen
Zur Startseite