Possessed Vs. Death: Jeff Becerra klärt auf

von
teilen
twittern
mailen
teilen

Death gelten heute als eine der wichtigsten und einflussreichsten Death Metal-Bands aller Zeiten. Die in Florida ansässige Band veröffentlichte ihr 1987er-Debüt SCREAM BLOODY GORE zwei Jahre nach SEVEN CHURCHES von Possessed. Deren Bassist/Sänger Jeff Becerra wird von einigen als derjenige angesehen wird, der 1983 den Begriff „Death Metal“ kreierte.

In einem neuen Interview mit dem „The Haunting Chapel“-Podcast äußerte sich Becerra darüber, wer den Anspruch erheben kann, die erste „wahre“ Death Metal-Band zu sein.  Außerdem geht er auf ein weiteres, jedoch tragisches Ereignis ein was sein Leben verändern sollte. 1989 wurde Becerra bei einem Raubüberfall angeschossen und ist seitdem teilweise gelähmt und an den Rollstuhl gefesselt. Im letzten Jahr gab es diesbezüglich jedoch eine erfreuliche Nachricht. Unten seht ihr das ganze Video des Interviews.

„Wir [Possessed] haben uns als Death Metal-Band verkauft. Bis heute ist das Segen als auch Fluch. Nachdem ich angeschossen wurde, haben gewisse Revisionisten versucht, mich aus der Geschichte zu verdrängen. Unser Wiki ist die am meisten vandalisierte Seite von Wikipedia. Es gab eine bestimmte Person – die vor Kurzem verstorben ist -, die unermüdlich unser YouTube neu betitelt, unsere Daten vorverlegt und die Zeitachse durcheinandergebracht hat. Als ich ging, waren wir die Death Metal-Typen, jedoch als ich zurückkam, war das nicht mehr der Fall. Also musste ich mir meine eigene Geschichte zurück erkämpfen.“ 

Possessed -Sänger über Chuck Schuldiner

„Ich behaupte nicht, dass ich den Death Metal erfunden habe, aber Possessed waren die erste Death Metal-Band. Bis heute ist das ein Streitthema mit Death-Fans, auch wegen der Art und Weise, wie ihr Management und die Magazine darüber sprechen. Vergesst nicht, Chuck [Schuldiner, Death-Gitarrist/Sänger] und ich waren Freunde. Er war buchstäblich mein Protegé. Er zog nach Orlando und wohnte im Haus des damaligen Possessed-Fanclubs. Außerdem schrieb er eine Zeit lang Briefe und tauschte Kassetten. Und er hat sich sehr nach mir gerichtet. Ich fühlte mich so geehrt, weil ich ja noch ein junger Teenager war. Aber er war die erste Person, die wirklich verstand, was wir taten. Er sagte: „Hör zu, Jeff. Ich klinge genau wie du.‘  Ich war stolz auf ihn und er auf sich. Es gab eine Freundschaft zwischen uns, und Respekt!“

Weiter sagt der 54-Jährige: „Ich war nie eifersüchtig auf eine andere Band. Ich habe nie etwas für mich beansprucht. Es ist einfach so obskur zu sehen, wie Leute eine Position für sich zu beanspruchen. Aber ich hasse niemanden dafür.Was mich wütend macht, ist, wenn die Magazine dieses Death gegen Possessed-Ding durchziehen. Es hat die Beziehung zwischen uns verdorben, das macht mich wirklich wütend – wir waren mal Freunde.“

Die Rolle der Medien

„Mir ist klar, dass Metal Spaß machen soll“, fügte Jeff hinzu. „Aber man sollte bei der Wahrheit bleiben und nicht versuchen, den Leser mit etwas Unwahrem zu beeindrucken. In den alten Tagen war alles wahrheitsgetreu, die Leute haben recherchiert. Es gab kein Clickbait wie ‚Possessed versus Death‘. Ich hasse diesen Scheiß, denn wenn Chuck heute noch leben würde, würde ich mir wünschen, dass wir zusammenarbeiten. Vielleicht bin ich da etwas seltsam, aber ich denke, dass die Wahrheit viel besser ist als die Geschichte.“ Schuldiner starb im Dezember 2001 nach einem Kampf mit einem pontinen Gliom, einer seltenen Art von Gehirntumor.

Becerra erzählte 2017, dass Schuldiner in „unzähligen“ Interviews Possessed als Haupteinfluss nannte. Aber obwohl Death von Possessed inspiriert wurden, „haben sie es weiterverfolgt und sind eigene Wege gegangen“, so Jeff. „Außerdem: Für das erste Album SCREAM BLOODY GORE arbeitete Chuck auch mit dem Produzenten Randy Burns, der ebenfalls SEVEN CHURCHES gemacht hat.“

Possessed: Viele Schicksalsschläge

POSSESSED trennten sich ursprünglich 1987 und hinterließen ein kurzes, aber sehr einflussreiches Vermächtnis. Interne Spannungen nach der Veröffentlichung der 1987er-EP THE EYES OF HORROR führten zur Auflösung der Band. Gitarrist Larry Lalonde schloss sich erst den Bay Area Tech-Thrashern Blind Illusion an, später wechselte er zu Primus. Becerra, Gitarrist Mike Torrao und Schlagzeuger Mike Sus gingen jeweils eigene Wege. Zwei Jahre nach der Trennung wurde Becerra Opfer des bereits erwähnten fehlgeschlagenen Raubüberfalls, der ihn in eine Spirale aus Drogen- und Alkoholmissbrauch stürzte. Possessed wurden 1990 von Torrao in einer völlig anderen Besetzung reaktiviert, veröffentlichten aber nur zwei Demos, bevor sie sich 1993 auflösten. Becerra reformierte die Band dann 2007 mit seiner eigenen Besetzung, die 2019 ihr erstes Studioalbum seit 33 Jahren, REVELATIONS OF OBLIVION veröffentlichte.


Bestens informiert über dieses und alle weiteren wichtigen Themen im Metal bleibt ihr außerdem mit unserem Newsletter. Einmal pro Woche flattert euch übersichtlich sortiert ein Update ins Postfach. Einfach anmelden, damit euch auch sicher nichts entgeht.

teilen
twittern
mailen
teilen
Death Metal-Band gibt Motivations-Konzert bei Marathon-Lauf

Die US-amerikanische Death Metal-Band Leprosy steht ihrer Heimatstadt Pittsburgh offenbar sehr nahe. So schrieb der Sänger Chris Pawlowski in einem kürzlichen Facebook-Post, dass seine Band sich „um unsere Gemeinde, das Wohlergehen unserer Leute“ kümmert. Um einen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben zu leisten, hätten sie daher entschieden, mit einer „Bootsladung Metal zu Gesundheit und Bewegung zu motivieren. Nach viel Brainstorming wussten wir, dass es das Beste wäre, unsere familienfreundlichen Stücke beim Pittsburgh-Marathon aufzuführen.“ Sturm und Regen zum Trotz Gesagt, getan: Die Band fand sich bei besagtem Event auf der Ecke Frankstown Ave und Lincoln Ave zusammen. Dort gab sie einige ihrer…
Weiterlesen
Zur Startseite