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Possessed REVELATIONS OF OBLIVION

Death Metal, Nuclear Blast/Warner (12 Songs / VÖ: 10.5.)

5.5/ 7
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„Geduld ist eine Tugend“. „Gut Ding will Weile haben“. Gähn-Floskeln, ja, aber im Fall von Possessed kommt man kaum drumherum, Klischeesprüche auszupacken. Ist ja auch eine erstaun­­liche Geschichte – knapp 33 Jahre ist es her, dass die Band mit BEYOND THE GATES ein Studioalbum veröffentlicht hat. Dazwischen lagen natürlich auch tragische Zeiten – wir erinnern uns an das Jahr 1989, in dem Frontmann Jeff Becerra aufgrund einer Schuss­verletzung bei einem Überfall querschnittsgelähmt wurde.

Doch er gab sich nicht auf – und Possessed auch nicht. Und so lauschen wir jetzt REVELATIONS OF OBLIVION – einem Album, das von Peter Tägtgren gemischt und gemastert wurde. Einem Mann, der beim letzten Possessed-Werk selbst gerade mal zarte 16 war. Inzwischen hat sich in der Metal-Szene ziemlich alles ver­ändert, nur Possessed irgendwie nicht. Selbst wenn außer Jeff Becerra niemand mehr von da­mals mit am Start ist – das Personal der Platte besteht neben Becerra aus Drummer Emilio Marquez (Asesino), den Gitarristen Daniel Gonzalez (Create A Kill) und Claudeous Creamer (Ex-Dragonlord) sowie Bassist Robert Cardenas (Ex-Malice, Ex-Agent Steel) –, blieb der Ansatz der Band doch derselbe: Spaß am Extremen verlernt man eben nicht.

Das haben Possessed in den vergangenen Jahren live bewiesen, und das tun sie nun auch mit REVELATIONS OF OBLIVION. Natürlich sind sie nicht mehr außergewöhnlich krass, das Brutale von damals ist längst im Mainstream angekommen. Dies gleichen sie jedoch mit Authentizi­tät aus. Ein klarer Vorteil, wenn man nie in den Verdacht geraten ist, ein Klon zu sein, sondern selbst ein unzweifelhaftes Origi­nal ist. Hinzu kommt – und das hat der Albumvorgeschmack ‘No More Room In Hell’ bereits überaus deutlich gezeigt: Ein einmal entzündetes Feuer un­term Hintern ist nicht so leicht wieder auszulöschen.

Die Konse­quenz daraus: Auch heute noch zerrumpeln und verwüsten Possessed alles und jeden, der nicht schnell genug Land gewinnt – mal straight voranpreschend (‘Shadowcult’), mal finster-doomig (‘Demon’), mal dekla­mierend-dunkel wie im herr­lich varianten­reichen Titelstück. Dank Tägtgren ist das weniger Low-Fi als gedacht (die Platte klingt weit moderner als erwartet), die Schwarz-Lyrics jedoch markig wie eh und je. Und so ist REVELATIONS OF OBLIVION nicht nur ein Lebens­zeichen, sondern zugleich auch selbst­bewusstes Statement: Hier kommt’s her, und das kann auch jetzt noch gut so sein.

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Zugegeben: SEVEN CHURCHES und BEYOND THE GATES werden insgesamt betrachtet vermutlich deutlich häufiger in unseren Ohren ro­tieren als REVELATIONS OF OB­LIVION. Nichtsdestotrotz zeigt dieses frisches Blutmal: Possessed sind noch da und keineswegs erstarrt in der Vergangenheit. Und das ist aller Ehren wert.

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