Toggle menu

Metal Hammer

Search

Psychotic Waltz: 35 Jahre Debüt A SOCIAL GRACE

von
teilen
mailen
teilen

Als sich 1990 die ersten Klänge von A SOCIAL GRACE über die Lautsprecher ergossen, war sofort klar: Psychotic Waltz waren etwas besonderes. Sie sprengten mit ihrem Debüt die Grenzen des Genres: Ihr Werk war ein psychedelischer Trip zwischen Flöten, Tamburinen und messerscharfen Riffs, der Progressive Metal neu definierte. Während andere Gruppen auf pure Härte setzten, schufen die Kalifornier einen schillernden Kosmos aus Traum und Wahnsinn, der vor allem in Europa einschlug wie ein Meteorit. Wer damals die Szene verfolgte, wusste: Diese Band ist anders – und genau deshalb unverzichtbar.

Gründungszeit

Psychotic Waltz, ursprünglich unter dem Namen Aslan gegründet – inspiriert vom Löwen aus C.S. Lewis’ ‘Narnia-Chroniken’ – hatten bereits einen ungewöhnlichen Weg hinter sich. Obwohl die Band aus den USA stammt, fand ihr erstes Demo von 1986 nicht in Kalifornien, sondern in Europa Anklang. Besonders deutsche Metal-Fans und Magazine feierten die Mischung aus Härte und Atmosphäre, die schon damals den Grundstein für ihren einzigartigen Sound legte.

Der Name Aslan war jedoch bereits vergeben, und so wurde aus der Band Psychotic Waltz. Mit einem neuen Demo von 1988 eroberten sie erneut die europäische Szene und bauten sich eine kleine, aber treue Fangemeinde auf. Zwei Jahre später war es endlich soweit: A SOCIAL GRACE wurde veröffentlicht – in Europa über das deutsche Label Rising Sun Productions, während die Band in den USA auf ihr eigenes Label setzte. Dort blieb der Erfolg aufgrund mangelnder Promotion aus, und Psychotic Waltz bewegten sich weiterhin im Untergrund.

A Social Grace
Kundenbewertungen
A Social Grace*
von Bullet Pro (Intercord)
 Preis: € 25,54 Jetzt auf Amazon kaufen* Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Zuletzt aktualisiert am 6. Januar 2026 um 0:44 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

Ein Klangkosmos voller Farben

Das Album selbst ist ein wilder Ritt durch progressive Metal-Welten, durchzogen von psychedelischen Elementen. Querflöten, Tambourine und der eigenwillige Gesang von Buddy Lackey verleihen den 13 Songs eine fast traumartige Qualität. Psychotic Waltz schufen eine fragile Balance zwischen metallischer Wucht und schwebender Psychedelik – ein Markenzeichen, das sie unverwechselbar machte.

Triumph und Tragödie

1991 spielten sie auf dem bekannten Dynamo Festival in den Niederlanden, ein Höhepunkt ihrer frühen Karriere. Doch kurz darauf stand die Band beinahe vor dem Aus: Gitarrist Dan Rock überlebte nur knapp einen schweren Kletterunfall, als er von einer Brücke zwölf Meter in die Tiefe stürzte. Trotz dieser dramatischen Wendung kehrten Psychotic Waltz 1992 ins Studio zurück und nahmen ihr zweites Album INTO THE EVERFLOW auf – ein Beweis für ihre Widerstandskraft.

Nachhall und Wiederkehr

2004 wurde A SOCIAL GRACE von Metal Blade Records neu aufgelegt, zusammen mit dem dritten Album MOSQUITO sowie Video- und Live-Aufnahmen in einem Boxset. Damit erhielt das Werk die späte Anerkennung, die ihm in den USA zunächst verwehrt geblieben war. Auch Jahrzehnte später bewiesen Psychotic Waltz, dass sie noch immer etwas zu sagen haben: 2020 meldeten sie sich mit THE GOD-SHAPED VOID zurück – ihrem ersten Studioalbum seit mehr als 20 Jahren.


Bestens informiert über dieses und alle weiteren wichtigen Themen im Metal bleibt ihr außerdem mit unserem Newsletter. Einmal pro Woche flattert euch übersichtlich sortiert ein Update ins Postfach. Einfach anmelden, damit euch auch sicher nichts entgeht.

Nuria Hochkirchen schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

Keine METAL HAMMER-Ausgabe verpassen und dabei sparen: 3 Hefte zum Sonderpreis im Spezial-Abo für nur 9,95 € – dieses und weitere attraktive Abo-Angebote jetzt sichern unter metal-hammer.de/abo!

teilen
mailen
teilen
Pantera: 30 Jahre THE GREAT SOUTHERN TRENDKILL

Drei Jahrzehnte sind vergangen, seit Pantera 1996 ihr aggressives achtes Studioalbum THE GREAT SOUTHERN TRENDKILL veröffentlichten. Während der Vorgänger FAR BEYOND DRIVEN 1994 bereits als härtestes Pantera-Album durch die Szene fegte, entpuppte sich der Nachfolger in weiten Teilen als noch brachialer und emotional aufgewühlter. Ein Album, das nicht nur musikalisch, sondern auch bandintern an den Rand des Zerreißens führte. Anlässlich des heutigen Jubiläums blicken wir zurück auf die Entstehungszeit. Zwischen Welterfolg und innerem Zerfall Mitte der Neunziger ritten Pantera eigentlich die Welle ihres internationalen Erfolgs. COWBOYS FROM HELL (1990), VULGAR DISPLAY OF POWER (1992) und FAR BEYOND DRIVEN (1994) hatten…
Weiterlesen
Zur Startseite