Toggle menu

Metal Hammer

Search

Anette Olzon Shine

Symphonic Rock, Edel 10 Songs / VÖ: 28.3..2014

2.0/ 7
teilen
mailen
teilen
von
Foto: METAL HAMMER

Dass Anette Olzons Abgangsszenario bei Nightwish nicht unbedingt die feine finnische Art war, ist bekannt. Sollte man deshalb immer noch Mitleid mit der (noch) immer so nett lächelnden und stets schwedische Landliebe ausstrahlenden Sängerin haben? Vielleicht. Als Rechtfertigung für ein derart belangloses Solodebüt wie dieses kann man geplatzte Träume und Traumata allerdings nicht gelten lassen.

Mag Frau Olzon auf lyrischer Seite in und mit Titeln wie ‘Falling’, ‘Lies’ oder ‘Like A Show’ Erlebtes aufarbeiten, um dann letztendlich doch sanguinisch strahlend den sprichwörtlichen Asche-Phönix des Albumtitels geben zu können, krankt das Album musikalisch leider völlig an der Unfähigkeit, Empathie oder Emotionen zu evozieren. Das liegt überwiegend an den neu gewählten Partnern. Für Co-Songwriting und Produktion zeichnen gleich eine ganze Reihe von vermeintlichen Mainstream-Midashändchen aus Schweden verantwortlich, die Anette in ein belanglos formelhaftes Kommerzkorsett zwängen.

Nichts gegen sehr, sehr subtile Gitarren zugunsten von Pop; selbst Pathos, Klanghölzer und vielleicht auch ein kleines bisschen Enya kann man sich gefallen lassen. Aber bitte nicht derart steril, austauschbar und blutleer inszeniert. Von dem bei Nightwish noch bewiesenen vokalen wie variablen Ausdrucksvermögen fehlt jegliche Spur. Wo Tarja mit jedem Soloalbum stärker ihre eigene Stimme gefunden hat, zeigt sich bei Anette Olzon von Anfang an kein charakteristisches Fundament. Damit ist SHINE wohl das erste und auch letzte Album der Schwedin, welches im Metal- oder Rock-Kontext noch entfernt seine Besprechungsberechtigung findet. Es scheint, als habe sich Olzon damit (abgefunden?) sowieso schon längst in Richtung Eurovision Song Contest und Vor­abend-Soap-Soundtracks verabschiedet.


ÄHNLICHE KRITIKEN

Mobile Suit Gundam Extreme Vs. Maxiboost On (+ Verlosung)

Wir haben uns in das heimische Cockpit gesetzt und die Missionen und Online-Gefechte von "Mobile Suit Gundam Extreme Vs. Maxiboost...

Star Trek: Picard :: Science-Fiction

Terminator: Resistance (PS4, Xbox One, PC)

Spiele, die auf Filmlizenzen basieren, haben es in der Regel nicht leicht und sind oftmals nur lieblos zusammengeschustert worden. „Terminator:...


ÄHNLICHE ARTIKEL

Zum 40. Geburtstag von MASTER OF PUPPETS: Die Original-Rezi von 1986

MASTER OF PUPPETS von Metallica wurde am 03.03.1986 veröffentlicht. Zum runden Geburtstag kramen wir das Review aus METAL HAMMER 03/1986 raus.

Anette Olzon: Tour mit Fokus auf zwei Nightwish-Alben

Anette Olzon geht seit mehr als einem Jahrzehnt mal wieder in Europa auf Tour — mit zwei Nightwish-Alben im Gepäck.

Tarja Turunen würde sich gern mal mit Anette Olzon treffen

Tarja Turunen würde sich gerne mal mit ihrer Nightwish-Nachfolgerin Anette Olzon treffen, denn sie sind sich bisher nie begegnet.

teilen
mailen
teilen
Zum 40. Geburtstag von MASTER OF PUPPETS: Die Original-Rezi von 1986

Metallica MASTER OF PUPPETS 7 von 7 Punkten Wenn es in den letzten Monaten eine LP gegeben hat, nach der die Kids Ausschau gehalten haben, ist es ohne Zweifel diese. Es ist ein logischer Nachfolger von RIDE THE LIGHTNING, vier lange und nur zwei schnelle Stücke. Die Gruppe arbeitet jetzt deutlich mit größerem musikalischen Können als vor ein paar Jahren, und sie wollen uns das dann auch hören lassen. Eine logische Schlussfolgerung ist, dass die Stücke dadurch langsamer geworden sind, vor allem die Soli, um Raum zu schaffen für musikalische Höchstleistungen. Weniger Geschwindigkeit, mehr Klasse. Die zwei schnellen Stücke, ‘Battery’…
Weiterlesen
Zur Startseite