Puh. Wie umschreibt man die Platte einer Band, deren letztes Werk PUNCHING THE SKY 2020 die persönliche Jahresbestenliste von oben regierte, nun aber überraschend absackt …? Eines vorab: Frontmann John Bush ist das Epizentrum von EMOTION FACTORY RESET: packend, variabel, mitreißend, leidenschaftlich, kraftvoll. Seine Leistung ist außerordentlich. Problem: Die Musik kann mit dem Niveau am Mikro kaum mithalten. Die Lieder wirken zwar stilistisch gewohnt abwechslungsreich, aber irgendwie brüchig, als hätten Armored Saint einzelne Song-Ideen aneinandergereiht, die zu oft nicht ineinandergreifen. Ein stimmiges Gesamtkonzept kann man nicht heraushören. Das heißt natürlich nicht, dass EMOTION FACTORY RESET total abrauchen würde. Dafür sind die Erfahrung und das musikalische Talent aller Beteiligten viel zu hoch, nachzuhören in Liedern wie ‘Bottom Feeder’, ‘Close To The Bone’ (verströmt leichte Skid Row-‘Slave To The Grind’-Vibes) und dem abschließenden ‘Epilogue’. Die letzte Nummer vermittelt diese gewisse rockige Leichtigkeit, welche Armored Saint immer ausgezeichnet hat, EMOTION FACTORY RESET aber insgesamt zu oft abgeht. Leider für mich aufgrund der fehlenden Höhepunkte – und weil ich diese Veröffentlichung vorab im höchsten Regal gesehen habe – insgesamt eine Enttäuschung.
***
Du willst METAL HAMMER lesen, aber kein Abo abschließen? Kein Problem! Die aktuelle Ausgabe portofrei nach Hause bestellen: www.metal-hammer.de/heftbestellung
***
