Toggle menu

Metal Hammer

Search

Böhse Onkelz Symphonien und Sonaten

Klassik, Rule 23/Tonpool (20 Songs / VÖ: erschienen)

7/ 7
teilen
mailen
teilen
von

Das Überraschungsalbum des Jahres kommt im Dezember und heißt SYMPHONIEN UND SONATEN. Und zwar nicht nur, weil sich alle verwundert die Ohren gerieben haben, als die Onkelz ein reines Klassik-Album ankündigten, sondern aufgrund der dokumentierten Qualität in diversen Bereichen. Klanglich: weltklasse.

Emotional: ergreifend. Kompositorisch: beeindruckend. Hans Zimmer lässt grüßen, es grüßt Gänsehaut auf der Gänsehaut. Meine Empfehlung: Kopfhörer aufsetzen und hundert Minuten lang in Welten abtauchen, die einem permanent die verschiedensten Imaginationen durch die Hirnwindungen schießen lassen. Detailreich, musikalisch ambitioniert, immens wuchtig und dennoch tiefenromantisch. Phasenweise vergisst man sogar, dass man Onkelz-Klassikern lauscht, so sehr kann man sich in SYMPHONIEN UND SONATEN fallen lassen. Was sicher auch daran liegt, dass einige Stücke massiv umarrangiert wurden. Von Jugendstil (‘Wieder mal ’nen Tag verschenkt’) über Marschmusik (‘Macht für den, der sie nicht will’) und mittelalterliche Elemente (‘Kirche’), geradezu leichtfüßige Interpretationen (‘Wir ham’ noch lange nicht genug’), Wagner-Einflüssen (‘Der Platz neben mir’) hin zu einem Mix aus Psycho-Thriller und Bond-Thematik (‘Nekrophil’): Die Onkelz (und hier in der Hauptperson Gitarrist Matthias „Gonzo“ Röhr) haben für jedes Lied eine ganz eigene Charakteristik gewählt.

Das macht die Reise ungemein spannend und detailreich. Hier muss man mindestens zehnmal konzentriert reinhören, um wirklich alles erfassen zu können, was auf SYMPHONIEN UND -SONATEN geboten wird. Rein instrumental, im Übrigen. Das ist einerseits bedauerlich, weil Kevin Russells Stimme nun einmal einzigartig auf diesem Erdball ist, andererseits lässt es den Kompositionen in dieser puren Form mehr Raum zur freien Entfaltung. Bei vier Stücken ist Gonzo zumindest an der Akustikgitarre zu hören, ansonsten sind Beiträge der Band-Mitglieder Fehlanzeige. Schmälert das den Hörspaß?

In keiner Weise. SYMPHONIEN UND SONATEN ist kein Metal, aber heavy as fuck. Ein Album, das sich nicht mal vor den großen Hollywood-Soundtracks verstecken muss. Und nachhaltig beeindruckt.


ÄHNLICHE KRITIKEN

Mobile Suit Gundam Extreme Vs. Maxiboost On (+ Verlosung)

Wir haben uns in das heimische Cockpit gesetzt und die Missionen und Online-Gefechte von "Mobile Suit Gundam Extreme Vs. Maxiboost...

Star Trek: Picard :: Science-Fiction

Terminator: Resistance (PS4, Xbox One, PC)

Spiele, die auf Filmlizenzen basieren, haben es in der Regel nicht leicht und sind oftmals nur lieblos zusammengeschustert worden. „Terminator:...


ÄHNLICHE ARTIKEL

Zum 40. Geburtstag von MASTER OF PUPPETS: Die Original-Rezi von 1986

MASTER OF PUPPETS von Metallica wurde am 03.03.1986 veröffentlicht. Zum runden Geburtstag kramen wir das Review aus METAL HAMMER 03/1986 raus.

J.B.O.: Humor & Haltung

Auf HAUS OF THE RISING FUN rocken und blödeln J.B.O. so lässig und überzeugend wie seit vielen Jahren nicht mehr.

Böhse Onkelz: Die Setlist der Tournee 2025

Erste konkrete Hinweise auf die Setlist der anstehenden Böhse Onkelz-Shows gab es bereits zuvor - dank einer absolvierten öffentlichen Warm-up-Show in Leipzig.

teilen
mailen
teilen
Zum 40. Geburtstag von MASTER OF PUPPETS: Die Original-Rezi von 1986

Metallica MASTER OF PUPPETS 7 von 7 Punkten Wenn es in den letzten Monaten eine LP gegeben hat, nach der die Kids Ausschau gehalten haben, ist es ohne Zweifel diese. Es ist ein logischer Nachfolger von RIDE THE LIGHTNING, vier lange und nur zwei schnelle Stücke. Die Gruppe arbeitet jetzt deutlich mit größerem musikalischen Können als vor ein paar Jahren, und sie wollen uns das dann auch hören lassen. Eine logische Schlussfolgerung ist, dass die Stücke dadurch langsamer geworden sind, vor allem die Soli, um Raum zu schaffen für musikalische Höchstleistungen. Weniger Geschwindigkeit, mehr Klasse. Die zwei schnellen Stücke, ‘Battery’…
Weiterlesen
Zur Startseite