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Death Stranding (PS4)

Action-Adventure, Sony Interactive Entertainment

5/ 7
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Foto: Sony Interactive Entertainment

Stellt euch vor, ihr seid Paketbote zur hektischen Weihnachtszeit, müsst eine Menge Päckchen ausliefern und dann ist auch noch zu allem Überfluss euer Wagen kaputt, sodass ihr alle Pakete mehrere Kilometer zu Fuß transportieren müsst – in den Alpen und unter erschwerten Witterungsbedingungen. So beziehungsweise so ähnlich spielen sich die ersten Stunden von „Death Stranding“ und wer nicht sofort von der Geschichte und der visuellen Schönheit des Spiels angetan ist, wird eine verdammt schwere Zeit haben…

Keine Zeit für Erklärungen

Gleich zu Beginn des Spiels wird uns die majestätisch schöne Landschaft von „Death Stranding“ präsentiert, die von der Decima-Grafikengine des Entwicklers Guerilla Games („Horizon Zero Dawn“) nahezu fotorealistisch in Szene gesetzt wird. Und wir sehen Protagonist Sam Porter Bridges (Norman Reedus), wie er auf seinem Motorrad durch eben jene Landschaft fährt, um Pakete auszuliefern. Doch dann passiert es: Durch einen Unfall stürzt sein Motorrad eine Klippe herunter und ist kaputt. Sam muss jetzt seine verloren gegangen Pakete wieder einsammeln und sich zu Fuß zu seinem Ziel machen. Doch dann fängt es an zu regnen und Sam muss erst einmal in einer Höhle Unterschlupf suchen. Regen wird im Spiel „Timefall“ genannt und sorgt dafür, dass alles, was vom Regen berührt wird, sofort altert. In der Höhle trifft Sam nicht nur auf eine Frau namens Fragile, sondern auch auf unsichtbare Kreaturen, die nur anhand ihrer Fußabdrücke erkennbar sind.

Das ist Fragile. Wer sie genau ist und was es mit ihr auf sich hat, verrät euch das Spiel anfangs nicht.
Das ist Fragile. Wer sie genau ist und was es mit ihr auf sich hat, verrät euch das Spiel anfangs nicht.

Was das alles zu bedeuten hat, erklärt das Spiel an dieser Stelle nicht. Das ist frustrierend und spannend zugleich: Denn zum einem möchte man natürlich wissen, wie es weitergeht und was es mit der Welt von „Death Stranding“ eigentlich auf sich hat, zum anderen ist dadurch der Einstieg in die Spielwelt aber eben auch unnötig sperrig, wenn so gut wie alle Informationen vorenthalten, dadurch aber ständig neue Charaktere und Aspekte der Welt eingeführt werden. Im späteren Verlauf von „Death Stranding“ bessert sich das zwar, trotzdem wird von Spielern schon gleich zu Beginn jede Menge Ausdauer abverlangt und wir sind uns sicher, dass man den Einstieg auch hätte charmanter lösen können.

Fast fotorealistisch: Die Grafik von „Death Stranding“ sieht selbst in Nahaufnahmen noch sehr gut aus.
Fast fotorealistisch: Die Grafik von „Death Stranding“ sieht selbst in Nahaufnahmen noch sehr gut aus.

Spielen und Zuschauen

Generell ist es so, dass „Death Stranding“ sehr großen Wert auf die Erzählung legt und das merkt man gleich von Anfang an. Denn die Zwischensequenzen, die allesamt in Echtzeit berechnet werden und überragend gut aussehen, sind sehr lang und ausführlich und oftmals auch deutlich länger als die eigentlichen Gameplay-Abschnitte dazwischen. Gefühlt folgt auf eine 10 Minuten lange Gameplaysequenz eine 30 Minuten andauernde Cutscene. Das ist natürlich etwas übertrieben ausgedrückt, soll aber veranschaulichen, worauf man sich einlassen muss, wenn man „Death Stranding“ spielen will. Und apropos spielen: Von der Handlung, die essenziell für das Spiel ist, wollen wir nur so wenig wie möglich verraten, deshalb beschränken wir uns hierauf:

Sam wird gebeten, die Welt wieder miteinander zu verknüpfen, um die Menschheit vor der endgültigen Auslöschung durch spektrale Kreaturen namens BTs („Beached Things“ bzw. GD – „Gestrandete Dinge“ in der deutschen Fassung) zu bewahren. Und dafür muss er Knotenpunkte aktivieren und – nun ja – Pakete ausliefern. Und jepp, das war es dann auch schon. In der Essenz ist genau dies das Gameplay von „Death Stranding“. Klar, es gibt auch Schleichabschnitte und später im Spiel bekommt Sam auch noch eine Waffe, aber im Grunde genommen besteht jede Mission darin, dass man Lieferungen von A nach B bringen muss. Das klingt auf dem Papier jetzt vielleicht langweilig und stellenweise ist es das offen gesprochen auch: Wenn man gleich zu Beginn von „Death Stranding“ 1,5 Kilometer zu Fuß zurücklegen muss, zoomt die Kamera absichtlich heraus und ein Song aus dem „Timefall“-Soundtrack wird abgespielt. So kann man als Spieler immerhin die Landschaft genießen und nebenbei Musik hören, während man stur zum Ziel läuft.

Die Landschaft ist zwar außerordentlich schön, der Weg von A nach B kann aber trotz allem schnell langweilig werden.
Die Landschaft ist zwar außerordentlich schön, der Weg von A nach B kann aber trotz allem schnell langweilig werden.

Schon im Vorfeld hat Hideo Kojima erklärt, dass er mit „Death Stranding“ nicht nur Gamer, sondern alle Menschen ansprechen will. Doch scheint er damit leider auch seine Hauptzielgruppe ein wenig aus den Augen verloren zu haben. Denn auch wenn er „Death Stranding“ ebenfalls für Fans von Büchern, Serien und Filmen zugänglich machen will, so ist „Death Stranding“ am Ende des Tages eben immer noch ein Videospiel und durch das simple Gameplay sollten Gamer nicht außen vor gelassen werden. Doch das ist nur die eine Seite des Spiels, wenn man einen Gameplay-Abschnitt erfolgreich hinter sich gebracht und dadurch mit einer neuen Zwischensequenz belohnt wird, die mehr über die Welt und die Handlung des Spiels verrät, gibt das ein unglaublich gutes Gefühl. Denn „Death Stranding“ ist auf dieser Ebene ein extrem fesselndes und auch emotionales Spiel.

Asynchroner Multiplayer

„Death Stranding“ bietet außerdem einen asynchronen Multiplayer, der zwar vollständig optional ist, von den Figuren aber immer im Spiel erwähnt wird. Habt ihr ihn aktiviert, seht ihr von anderen Spielern Gegenstände wie Schilder, Leitern, Straßen und auch Kletterseile in eurem Spiel. Dafür könnt ihr – wie aus sozialen Netzwerken bekannt – Likes vergeben. In Paketstationen könnt ihr außerdem Pakete anderer Spieler entgegennehmen und ausliefern oder eure eigenen Pakete, die nicht für Hauptmissionen wichtig sind, zwischenlangern und von Menschen auf der ganzen Welt ausliefern lassen. Darüber hinaus werden eure Gegenstände, die ihr im Spiel lasst, auch für andere Gamer sichtbar. Dafür könnt ihr ebenfalls Likes erhalten, die euch beim Aufleveln helfen und den Grind von „Death Stranding“ – denn auch den gibt es leider – etwas lindert. Ihr seht aber nicht automatisch alle Gegenstände von allen anderen Spielern auch in eurem Game, sondern „Death Stranding“ scheint per Zufallsprinzip auszuwählen, was auch bei euch erscheint. Das ist aber keinesfalls schlecht, denn anderenfalls wäre eure Spielwelt schnell zugemüllt.

Das ist BB. Das in einer Kapsel gefangene Baby hilft euch, BTs zu identifizieren.
Das ist BB. Das in einer Kapsel gefangene Baby hilft euch, BTs zu identifizieren.

Fazit

„Death Stranding“ steht und fällt für Gamer damit, ob man sich für die Handlung die Welt des Spiels begeistern kann. Denn rein auf das Gameplay heruntergebrochen ist der Titel weder innovativ noch sonderlich unterhalsam. Doch „Death Stranding“ ist mehr als nur die Summer einzelner Komponenten und Hideo Kojima und sein Team haben ein wahrlich außergewöhnliches Werk auf die Beine gestellt. Die losgelöste Freiheit vom ehemaligen Publisher Konami tut der Kreativität von Kojima Productions gut, auch wenn an der ein oder anderen Stelle vielleicht etwas über das Ziel hinausgeschossen wurde. Nichtsdestotrotz ist „Death Stranding“ ein faszinierendes Erlebnis und sollte genau als solches betrachtet werden: Eine Erfahrung, die einen so schnell nicht loslässt. Trotz dieser Faszination kamen wir aber auch nicht umher, uns während des Spiels immer wieder zu fragen, ob die Welt von „Death Stranding“ als Film oder Serie nicht besser aufgehoben wäre.

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Sony Interactive Entertainment
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