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Disbelief Protected Hell

Death Metal, Massacre Records 12 Songs / 47:59 Min. / 17.04.2009

5.0/ 7
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Verglichen zum deutlich verspielter und experimentierfreudiger geratenen Vorgänger NAVIGATOR, der selbst Thrash- und Modern Metal-Sperenzchen Platz zur Entfaltung einräumte, besinnen sich Disbelief auf ihrem neuen Album einer klaren, direkten Linie.

Berstend vor Hass und Aggressivität wütet PROTECTED HELL mit stark in den Vordergrund gerückten Gitarren und noch böseren (!) Vocals von Frontmann Jagger tief in den Eingeweiden, legt Schmerz und Nerven bloß. Besonders das fiese “Hate/Aggression Schedule” brilliert mit wuchtigen Sound-Wänden und einem gekonnten Wechselspiel aus fragilen Melodien und dynamischen Bang-Passagen.

Aber auch der Rest von PROTECTED HELL kann sich hören lassen: Während “A Place To Hide” und “Hell Goes On” bis an die Zähne mit schnellen Grooves und wütender Härte bewaffnet sofort zum Angriff übergehen, zeigen sich die auffallend breit gestreuten Midtempo-Walzen von subtilerer Natur und erzeugen mit geschickt eingebetteten Klangfragmenten und Geräuschkulissen wie Krankenhausmaschinen (“Room 309”), Computertastaturen (“Nemesis Rising”) oder Gewehrfeuer (“One Nation’s Son”) noch beklemmendere Bilder im Kopf.

Dass sie zu den innovativsten und gleichzeitig emotionalsten Extrem-Metal-Vertretern Europas, wenn nicht sogar der Welt gehören, haben Disbelief mit ihrem neuen Album auf ein Neues bewiesen. Fakt bleibt allerdings, dass den Hessen der “progressive” Anstrich von NAVIGATOR noch einen Funken besser zu Gesicht stand. Bleibt zu hoffen, dass die Brachial-Poeten dem Experimentieren nicht ganz abgeschworen haben.

 


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