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Rammstein – das Interview zum neuen Album: METAL HAMMER 06/19

Enslaved RIITIIR

Black Metal, Nuclear Blast/Warner 8 Songs / 67:16 Min. / 28.09.2012

6/ 7
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Foto: Nuclear Blast

Erneut Gold für Enslaved: Auch RIITIIR gewinnt den METAL HAMMER-Soundcheck – und das, obwohl die Norweger die Messlatte mit AXIOMA ETHICA ODINI schon verdammt hoch gelegt haben. Eine Messlatte, die übrigens nur für sie selbst gilt, denn Konkurrenz müssen sie nicht fürchten. Im Grunde verhält es sich bei Enslaved wie bei einem Stabhochspringer, dessen Mitbewerber längst drei Mal gerissen haben und der sich nun ganz allein motivieren muss, um eine neue Bestmarke hinzulegen. Nehmen wir den Ausgang des Wettkampfs vorweg: RIITIIR ist kein Weltrekord, aber verdammt nah dran.

Die Platte hinterlässt einen nämlich nicht so atemlos-staunend wie AXIOMA ETHICA ODINI, sondern ist stattdessen die viel beschworene „natürliche Weiterentwicklung“ in Nuancen. Was im Fall der Norweger bedeutet, dass sie AXIOMA ETHICA ODINI als Ausgangsbasis genommen und noch etliche Elemente addiert beziehungsweise verstärkt haben. RIITIIR ist in jeder seiner 4036 Sekunden (ja, per Taschenrechner rausgekriegt) vollgepackt mit allem, was derzeit im Spannungsfeld zwischen Prog und Black Metal existiert, und das Ganze wird zudem noch mit einer bodentiefen Verbeugung vor Bathory ausgekleidet. Doch trotz der enormen Bandbreite ist natürlich – Bandchef Ivar Bjørnson würde auch gar nichts anderes zulassen – kein einziger Ton wahllos, beliebig oder gar überflüssig. Enslaved schaffen es, die stilistischen Gegensätze, welche in den Songs aufeinandertreffen, zu einer Einheit zu verschmelzen. Oft dient der immer prägnantere Klargesang von Keyboarder und Sänger Herbrand Larsen als Bindeglied zwischen Grutle Kjellsons Guttural-Brachialität und den klassischen Riffs von Ivar Bjørnson (zum Beispiel in ‘Materal’).

Manchmal spielen Enslaved aber auch mit dem schlichten Gegensatz zwischen pulsierenden Instrumenten und reduzierten Vocals (‘Storm Of Memories’) respektive fein gesponnenem, hochmelodischem Solo von Gitarrist Arve „Ice Dale“ Isdal. Oder, wie in ‘Forsaken’, einem Electronica-Part, der einer wüsten Prügelattacke das Ende bereitet und überleitet auf den nahezu längsten, ruhigsten und eindringlich-intensivsten Song-Teil, den Enslaved je verfasst haben. Die Liste dieser formvollendeten Auflösungen könnte beliebig fortgesetzt werden, doch im Grunde lässt sich auch das Songwriting-Konzept von RIITIIR auf das bereits von Robert Müller in der Rezension zu AXIOMA ETHICA ODINI beschriebene Erfolgsrezept reduzieren: „Maximale Verdichtung, aber minimale Vermengung“. Klingt simpel – aber besser machen kann es trotzdem keiner.

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