Enter Shikari bemühen sich seit zwölf Jahren stets um Innovation, hüpfen unbefangen von HipHop zu Emo-/Metalcore bis hin zu waschechtem Pop. Obwohl geradliniger als zuvor, treibt THE MINDSWEEP das Kontrastspiel auf die Spitze: Auf ihrem Viertling hantieren die Briten mehr denn je mit Klargesang und süßen Melodien, schwingen den Hammer an den richtigen Stellen aber ebenso effektiv, und rocken sogar richtig.
Beispielsweise in ‘The Appeal & The Mindsweep I’, das anfangs auf die falsche Eurodance-Fährte führt, oder dem aus Limp Bizkit-/Eminem-Gewässern in elektrifiziertes Geknüppel aufsteigenden ‘Anaesthetist’. Andernorts geben sich die Meinungsspalter phasenweise wie gutmütige Tool (‘The Bank Of England’), Achtziger-Waver (‘The Last Garrison’), System Of A Down (‘There’s A Price On Your Head’), Coldplay (‘Dear Future Historians …’) oder The Killers (‘Myopia’).
Sicher: Nicht zuletzt aufgrund erhöhter Streicher-/Klavierzufuhr zielt THE MINDSWEEP bisweilen über die Kitschgrenze hinaus. Doch dies und noch so viele Hasstiraden ändern nichts an der Tatsache: Enter Shikari haben ihre Unberechenbarkeit nahezu perfektioniert und bereiten inzwischen einfach verdammt viel zielgruppenübergreifenden Spaß.
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