„Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen.“ Dieser Stromberg’sche Leitsatz passt perfekt auf den Status der Bostoner Rocker Godsmack um ihren gesichtstätowierten Chef Sully Erna. Seine markante Stimme ist Erkennungsmerkmal und gleichsam Transportmittel für die Melodien. Die Rhythmussektion beschränkt sich auf satt blubbernde Bässe und Schrubbergitarren, die schlurfigen Songs erinnern wieder einmal an das große Seattle-Vorbild Alice in Chains (besonders in ‘Love-Hate-Sex-Pain’ zu bewundern).
Hier liegt dann auch der Hase im Blumenbeet. Godsmack waren für eine Weile Platzhirsche im „Zu hart für Alternative, aber zu alternativ für Metal“-Revier des vergangenen Jahrzehnts. Die stilistische Stagnation (oder nennt es: Besinnung auf ihre Stärken) wird heute zum nervenden Gallenstein. Denn trotz einiger Lichtblicke wie dem mitreißenden ‘What If?’ plätschert der Hauptteil von THE ORACLE meist müde vor sich hin, ohne besondere Lichtblicke zu liefern.
Daran ändert auch die satte Produktion wenig. Das belanglos vor sich hin mäandernde (instrumentale) Titelstück ist programmatisch für das Album: So richtig viel ist uns nicht eingefallen, aber wir sind immerhin noch da.
Jakob Kranz
Diese und viele weitere Rezensionen gibt es in der Juli-Ausgabe des METAL HAMMER.
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