Kritik zu Heino Mit freundlichen Grüßen

Heino Mit freundlichen Grüßen

Rock, Starwatch/Sony 12 Songs/43:46 Min.

6.0/ 7
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Foto: Heino

Es gibt so ein paar Dinge, die man sich in meinen kühnsten Träumen nicht ausmalt: Aus 36 Kilometer Höhe in die Tiefe springen, einen Känguru-Penis im australischen Dschungel verspeisen – oder eben ein Heino-Album rezensieren. Warum Letzteres im Gegensatz zu den ersten zwei Beispiele Sinn macht? Weil das Coveralbum MIT FREUNDLICHEN GRÜSSE“ überraschend gut ausgefallen ist – und ja, ich schwöre: Es rockt!

Ok, bei der Zeile aus Rammsteins ‘Sonne’, „Mir scheint die Sonne aus den Augen“ habe ich die Tütensuppe quer über den Tisch gelacht, aber ansonsten bietet die 74-jährige Schlagerlegende tatsächlich wenig Angriffsfläche (hätte er die Lieder komplett auseinandergenommen, hätte er ja auch die Einwilligung der Original-Songschreiber gebraucht). Das Witzige (und jetzt müssen speziell die Düster-Metaller ganz stark sein) : Seine tiefe brummende, teils aufgesetzt wirkende, mit rrrrollendem Duktus durchsetzte Stimme ist nicht weit weg von dem, was bei uns allmonatlich durch den METAL HAMMER geistert. Und: Es kann wohl niemand ernsthaft behaupten, dass es Heinz Georg Kramms Stimmbänder an Charisma, Wucht oder Volumen mangelt.

Das größte Lob gebührt allerdings Produzent Christian Geller und den Leuten, die das Material so arrangiert haben, dass das Ganze weder lächerlich noch verarschend wirkt – sondern schlicht gut unterhält. Egal, ob erwähnte Rammstein-Hymne, Oomph!-Hit (‘Augen Auf’), Ärzte-Single (‘Junge’), Fantastischer Vier-Knaller (‘Mfg’) oder Peter Fox´ Weltsicht (‘Haus am See’): Mit Bläsern oder Hammond-Orgel klingt das Ganze anders, aber eben immer noch geil.

Und ich gebe zu: Einen Bonuspunkt enthält die Wertung, weil ich mich seit Urzeiten nicht mehr so rebellisch gefühlt habe wie beim Kauf dieser CD. Heino ist das neue Black Metal. Oder genauer: Schwarzbraun Metal.


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