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Ihsahn AFTER Review

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Emperor war eines der besten Black Metal-Kommandos, vielleicht sogar das beste. Jedoch könnte man annehmen, dass Band-Kopf Ihsahn sich dort wie in einem Korsett gefühlt haben muss, denn auf seinen Solo-Alben lebt er nun seine kreative Experimentierfreude aus. Hier kann er kompromisslos sein und seinen musikalischen Horizont beliebig erweitern – was er bis zum Exzess umsetzt.

Auf AFTER rollen die beiden Spiral Architect-Virtuosen Asgeir Mickelson am Schlagzeug und Lars Norberg am Bass einen fetten Rhythmusteppich aus, um Ihsahn die Möglichkeit zu geben, seine teils irrwitzigen Ideen zu realisieren. Ihsahn demonstriert eindrucksvoll seine Fingerfertigkeit mit abwechselnd filigranem, aggressivem und emotionalem Gitarrenspiel. Den besonderen Reiz von AFTER machen zahlreiche innovative, geniale Momente aus: beispielsweise der superwuchtige und vertrackte, aber von einem eingängigen Thema beherrschte Einstieg ‘The Barren Lands’, die beiden zwischen Romantik, trauriger Schwermütigkeit und bedrohlicher Boshaftigkeit schwankenden Zehnminüter ‘Undercurrent’ sowie ‘On The Shores’, der atmosphärische Titel-Song oder das intensive, sehr melodiebetonte ‘Austere’.

Bei diesen Liedern setzt Ihsahn seine klare, gefühlvolle Stimme ein, die weit mehr Wirkung zeigt als das klagende, verzweifelte Gebrüll an anderen Stellen des Albums. Morbide Charakterzüge und zusätzliche Tiefe verleihen die zahlreichen jazzigen, verstörenden Saxofon-Passagen von Jørgen Munkeby, der auch bei den norwegischen Shining mitwirkt. AFTER ist ein kleines Kunstwerk mit seltenen kompositorischen Macken, irgendwo in der Schnittmenge zwischen Opeth, Katatonia und King Crimson.

Detlef Dengler

Diese und viele weitere Rezensionen gibt es in der Februar-Ausgabe des METAL HAMMER.


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