Es mag auf den ersten Blick nicht direkt zusammenpassen, aber ein wenig klingen Impure Wilhelmina auf LE SANGLOT wirklich so, als würden Alcest in ihrer gemäßigten Post Rock-Phase ein Tribute-Album für The Smiths aufnehmen. Und, ja, vielleicht haben sie dabei im Studio noch ein wenig Hilfe von Crippled Black Phoenix. Soweit der grobe Referenzrahmen für die Band aus Genf, die nach mittlerweile 30 Jahren immer noch wunderbar anmutig über den Stühlen Metal, Rock und Alternative schwebt. LE SANGLOT ist ein im positiven Sinne federleichtes Album, schwebend in seinen mäandernden Melodien und dem warmen, getragenen Gesang von Chefstratege Michael Schindl. Progressive Versatzstücke schimmern immer wieder durch, übernehmen aber nie das Ruder und sorgen für wohltemperierte Akzente in einem beeindruckend stimmigen, ästhetisch unwahrscheinlich anspruchsvollen Klangbild. Das hier ist schöne Musik für schöne Geister, über Jahre raffiniert, verdichtet, ornamentiert und verfeinert. Und damit wie immer natürlich keine Musik für die ganz großen Bühnen, was natürlich immer noch ein Akt des Frevels ist, aber die Genfer längst kaltlassen dürfte. Sie machen auch mit LE SANGLOT einfach weiter fantastische, emotionale Gitarrenmusik und erobern sich jeden Fan einzeln.
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