Als ukrainische Band hat man in den letzten Jahren definitiv genügend Stoff angesammelt, den man sich von der Seele schreien möchte. Das tut Tatiana Shmailyuk – und wie!
Etwas Brutaleres hat man aus einem Frauenhals selten vernommen. Der absolute Wahnsinn. Was gurgelt sie eigentlich nach dem Zähneputzen…? Leider ist der zweite Teil ihrer Stimme (der melodische) nicht mit ganz einer solchen Wucht und Ausdrucksstärke gesegnet. Da gibt es noch Luft nach oben, zumal die klar gesungenen Passagen generell nicht zu den kompositorischen Highlights von KING OF EVERYTHING gehören.
Diese kommen vornehmlich in den harten Grund-Riffs- und -rhythmen zum Vorschein, in denen Jinjer mit einem Mix aus Metalcore, Djent und Modern Metal mächtig nach vorne schieben. Hier gelingt es dem Quartett aufgrund kluger Einfälle, sich weitab vom Breakdown-Wahn zu positionieren. Schade, dass die Waage nicht ausbalanciert ist – den melodischen Kontern fehlt Masse und Klasse. Noch. Ich kann mir gut vorstellen, dass Jinjer in den kommenden Jahren mächtig Rabatz machen werden. Das sind sie in der Ukraine leider gewohnt.
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