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Junius THE MARTYRDOM OF A CATASTROPHIST Review

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Boston scheint sich immer mehr zur Welthauptstadt des Post Rock zu entwickeln. Neben den famosen Caspian, Victory At Sea oder den Constants kommen auch Junius aus dieser Ecke – und auch sie fühlen sich den hohen Qualitätskriterien ihrer Mitstreiter verpflichtet. Dabei erntete ihre Erstveröffentlichung JUNIUS 2007 eher zwiespältige Reaktionen: Von „öde“ bis „begeisternd“ war die gesamte Bandbreite emotionaler Beurteilungen vertreten, wobei das Werk eigentlich nur eine gemasterte Zusammenfassung ihrer beiden Demo-EPs darstellte. Nun also legt das Quartett sein offizielles Debütalbum vor, und auch diesmal werden die Meinungen auseinandergehen.

THE MARTYRDOM OF A CATASTROPHIST ist kein Album, das offensiv um Sympathien buhlt. Die Melodien wirken beim ersten Anhören spröde und monolithisch, die Herren gehen introvertiert und kopflastig, allerdings nicht verkopft zu Werke. Und frech sind sie auch noch, denn als ob sie sagen wollten „Ätsch, wir können auch ganz anders!“ setzen sie mit „Elishiva, I Love You“ fast zum Schluss eine ganz große, schwelgende Hymne hin, die sofort ins Ohr geht.

Dennoch oder vielleicht sogar deswegen: Dieses Album hat seine ganz eigenen Qualitäten, die sich jedoch erst bei mehrmaligem Anhören offenbaren. Dafür sorgen die ebenso vielschichtige wie monumentale Produktion sowie der Gesang von Joseph E. Martinez. In erster Linie ist es ihm zu verdanken, dass sich THE MARTYRDOM OF A CATASTROPHIST teilweise anhört wie eine modern rockende Version von The Cures DISINTEGRATION – was nicht die schlechteste Referenz ist.

Wolfgang Kuhn


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