Kritik zu Korn REQUIEM

Korn REQUIEM

Modern Metal, Loma Vista/Virgin (9 Songs / VÖ: 4.2.)

5.5/ 7
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Die Abrissbirne ist wieder in der Stadt! Wobei man das 2022 mit absoluter Bestimmtheit gar nicht so formulieren kann, denn: Korn haben hörbar wieder mehr Lust daran, an Kleinigkeiten zu arbeiten. Sie haben die Coronazwangspause offensichtlich sinnvoll genutzt (auch wenn ein Teil der Band von dem Virus gesundheitlich mächtig angeschlagen war). Der Blick auf die kleinen, aber feinen Details betrifft sowohl das früher typische Riff-Gezirpe als auch die Stimme von Jonathan Davis und die Arrangement-Philosophie im Allgemeinen. Nachdem der Vorgänger THE NOTHING (2019) die Wurzeln der Band feierte und selbst den Dudelsack wieder tröten ließ, fällt REQUIEM phasenweise überraschend melodiös (fast schon lieblich) aus.

Alles wirkt rhythmisch luftiger und erinnert in der Grundausrichtung eher an FOLLOW THE LEADER (1998) als beispielsweise die doomig-tosende Albumsequenz nach der Jahrtausendwende. Damals hatte man mitunter den Eindruck, Korn wollten ihre Probleme in Beton gießen. Nun bahnen sich wieder zarte Klangblüten ihren Weg durch den natürlich noch immer enorm druckvollen Sound (was wäre ein Korn-Album ohne Monsterbass?). In diesem Umfeld glänzt vor allem Frontmann Davis, der seine dunklen Gedanken stimmlich extrem variabel präsentiert und am Mikro verschiedenste Ansätze sucht – und auch findet. Ein derartiger Unterhaltungswert geht dem Album zu Beginn überraschenderweise etwas ab. Der Einstieg fällt vergleichsweise unspektakulär aus. ‘Forgotten’ ist solide, kurz und knackig, aber Korn hatten in ihrer glorreichen Karriere schon um Welten bessere Opener.

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Das zweite Stück ‘Let The Dark Do The Rest’ bringt bezüglich der Dynamik und diversen Einzelteile schon mehr kreative PS auf die Straße, ist jedoch auch kein Über-Song. Aber keine Bange: Es fallen auf REQUIEM auch wieder eine Wagenladung Hits von der Rückbank der kalifornischen Kettenmaschine, namentlich ‘Start The Healing’, ‘Disconnect’, ‘Penance To Sorrow’ und ‘My Confession’. In diesen Liedern dokumentieren Korn wieder einmal ihre Ausnahmestellung in der Rock- und Metal-Szene. Witzigerweise am Anfang ihrer Karriere unendlich oft kopiert, sind Korn mittlerweile allein auf weiter Flur: tiefgründig, mitreißend, emotional bewegend. Kaum eine Band versteht das musikalische Licht- und Schattenspiel besser als Korn. Zwischen düsterer Erhabenheit und glanzvollen Hoffnungsschimmern avanciert REQUIEM zu einem ersten Höhepunkt des Rock-Jahres 2022.

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