Etwas mehr Geradlinigkeit haben Mastodon im Vorfeld der Veröffentlichung von THE HUNTER versprochen. Und ja, im Vergleich zum 2009er-Album CRACK THE SKYE kann man das durchaus unterschreiben. Denn das neue Werk ist weniger verschachtelt arrangiert, enthält aber dennoch kaum weniger Prog Rock-Flair als der Vorgänger. Speziell im letzten Album-Drittel lebt der Georgia-Vierer seine Liebe zum atmosphärisch-ätherischen Siebziger-Sound voll aus. Die ersten Songs von THE HUNTER gehen vom Aufbau her stärker in die BLOOD MOUNTAIN-Ecke, wobei der Sound deutlich leichtfüßiger und weniger rau ausfällt. Die größte Veränderung ist jedoch im Gesangsbereich festzustellen, speziell der zweite Song ‘Curl Of The Burl’ macht deutlich: Das Extreme, das Mastodon in ihren Anfangstagen prägte, stellt heute lediglich eine von vielen Facetten dar. Diese Band kann nicht nur wüten, sie hat auch Pop-Appeal (und das ist keineswegs negativ gemeint).
Noch dazu, und das liefert die vielleicht wichtigste Grundlage für Mastodons Erfolg, entwickeln sich Sänger und Basser Troy Sanders, Brent Hinds (ebenfalls Gesang, Gitarre), Drummer Brann Dailor und Gitarrist Bill Kelliher von Album zu Album weiter, ohne dabei ihren Charakter zu ändern oder an Wiedererkennungswert zu verlieren. Mastodon gelingt es auch auf THE HUNTER, ihre Wurzeln geschickt aufzufrischen, diese in einen modernen Kontext einzubetten und ihr Spektrum so noch ein Stück zu erweitern. Grandios und mitreißend zugleich.
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