In der Metal-Szene sind die Themen Leid und Tod omnipräsent und werden nicht selten von Künstlern vorgetragen, die selbst glücklicherweise davon verschont blieben. Anders verhält es sich bei Moodring und Mastermind Hunter Young, dem es aufgrund einer Krankheit unmöglich ist, seine Musik live auf die Bühne zu bringen. Aus jenem Leidensweg schöpft Hunter allerdings weiterhin kreative Energie, die in sein neuestes und laut ihm auch persönlichstes Werk DEATH FETISH mündet – zwölf Songs, die mit diesem Vorwissen tief blicken lassen. Selbst-bewusste Unsicherheiten lassen sich in den Texten ausmachen sowie auch musikalische Schwankungen, die die Stimmung innerhalb und zwischen den kurzen Songs öfter zum Kippen bringt (‘Half-life’, ‘Oxidized’, ‘Sickf_ck’). Moodring baut flotte Riffs, Stakkatos und böse Breakdowns auf pumpende Electro-Beats, ohne Angst davor zu haben, jene Bedrohlichkeit mit einem poppigen Refrain (‘Masochist Machine’, ‘Die Slow’) zu entschärfen. Zum Ende des ersten Drittels lässt das psychedelisch anmutende Shoegaze-Stück ‘Ketamine’ aufatmen, bevor durch ‘Stfa’ wieder die nervenaufreibende Realität Einzug erhält. Mit dem industriell-bouncenden ‘Bleed Enough’ erhält die Platte ihren vorzeitigen musikalischen Höhepunkt, bis das lyrische Selbstbekenntnis in ‘Die Slow’ alle Dämme brechen lässt: „I don’t wanna die“. Lebenslust und Todessehnsucht werden auf DEATH FETISH spür- und nachempfindbar. Wie man so schön sagt: kein leichter Tobak. Aber wie könnte man seiner Verzweiflung besser freien Lauf lassen als mit einem deftig gebrüllten Breakdown?
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