Narziss sind und bleiben eine absolute Ausnahmeerscheinung der deutschen Metal-Szene: Ihre Songs decken zwischen Metalcore, Rock, Pop und dem Rand des Death Metal alles ab, was gefällt. Der finale Song ‘Perfektion’ darf sogar mal das schwedische Harmonie-Flirren von alten At The Gates mit einbringen – steht schließlich auch für guten Geschmack. Und als wäre es nichts, gelingt es Narziss noch, eigenständige und nie peinliche deutsche Texte zu verfassen.
Spätestens das ist wirklich ein Kunststück! Hört euch ‘Tränen’, ‘Hoffnungslos’ oder ‘Maskerade’ an, und ihr wisst, wie klischeefrei und gut deutsche Texte sein können. Wer nun so elegant und nonchalant zwischen den Szenen hin und her springt, hat eigentlich schon jede Kaufempfehlung verdient. Doch den fünf Musikern reicht das immer noch nicht. Sie integrieren auf ECHO gleich noch Orchester-Instrumentierung, wenn es gerade passt, und bringen damit zum Beispiel den eigentlich nur mittelmäßig berifften Song ‘Ita Est’ nach ganz vorne.
2009 machen sie wirklich alles richtig. Das wird jetzt hoffentlich auch mit größerem Erfolg belohnt – verdient haben sie es mit vier Alben voller Eigenständigkeit auf jeden Fall.
Tobias Gerber
Diese und viele weitere Rezensionen gibt es in der März-Ausgabe des METAL HAMMER.
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