Hartgesottene Nightwish-Fans schätzen vor allem auch die sanftere Seite der finnischen Symphonic-Metaller. Sogar noch mehr, wenn diese von ihrem ursprünglichen Sopran, Tarja Turunen, intoniert wird, wie die hier versammelten Stücke, die aus den Jahren 1998 bis 2002 stammen.
Mit dem titelgebenden Cover des britischen Filmkomponisten Howard Blake eröffnet ‘Walking In The Air’ beflügelt von Tarjas federleichtem Falsett den sakralen Schmelzofen-Reigen für fröstelnde Herzen. Doch bei reinen Gefühlsduseleien soll es nicht bleiben. Nightwishs Stärke im zurückhaltenderen Zusammenspiel mit Tarjas Traumstimme ist, dass man auch im getragenen Spiel nicht andauernd auf wiederholende Arrangement-Variablen und rein runtergezählte Rhythmik und Dynamik setzt. Bei vielen anderen (Genre-)Bands kommt das klassische Kuschelkorsett dann auch in deutlich engerer und platterer Schnürung daher.
Womit der Beweis erbracht wäre, dass die alten Nightwish, selbst von geballter Balladenseite betrachtet, immer noch die Schokoladenseite der symphonischen Szene darstellen. Ob man das in balladeskeren wie brachialeren Belangen nach der traurigen Trennung von Tarja langfristig so erhalten kann, bleibt allerdings abzuwarten.
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