Nach dem 2021er-Demo REHEARSAL IV XI MMXXI und der 2023er-EP FROST FALLS legen Oracle Of Worms mit CULT OF SUFFERING ihr Debütalbum vor. Erneut zollen die Hessen dem schwedischen Death Metal der ersten Stunde Tribut und überziehen ihn mit schwarzem Lack. Die HM-2-Kettensäge rotiert im Todestakt, während sinister-dissonante Melodien crustige Attacken und infernale Blastbeats durchschneiden (‘Claws Of Famine’). Doomige Anleihen lockern das Fundament in Liedern wie ‘The Script’ oder ‘Lost Generation’ auf. Besonders reizvoll sind jene Momente, in denen Frontmann Chris seinen Gutturalgesang mit krächzenden Black Metal-Farben anreichert (‘Acolytes’, ‘Rabid’). Handwerklich stimmen die Zutaten also. Im direkten Vergleich zu den skandinavischen Vorreitern und ihren stärksten Epigonen fehlt CULT OF SUFFERING jedoch oft die letzte euphorisierende Wucht. Einige Songs wirken in ihrer Zusammensetzung etwas repetitiv oder ziellos (‘Strychnine Hill’). Weil hinter Oracle Of Worms Mitglieder von Mantigore, Derelyction, Blizzen und Reflexor stehen, blitzen zwischen den Zeilen aber immer wieder andere Metal-Spielarten auf: hier Thrash-Riffs, dort sogar ein Hauch Djent (‘Walking Ghost’). Speziell darin steckt das eigentliche Differenzierungs- und Zukunftspotenzial der Band.
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