Papa Roach waren für mich letzthin das musizierende Sinnbild von Dr. Jekyll und Mr. Hyde: Ihre fetzigen Nummern konnte ich mir zu jeder Tages- und Nachtzeit reinziehen, die Balladen hingegen versetzten mich konsequent in Tiefschlaf. Speziell auf den letzten Scheiben hatten die Schnarcher überhandgenommen. Zum Glück ist F.E.A.R. komplett anders aufgebaut und kehrt vornehmlich die Party-Kracher raus – und in dieser Disziplin sind die Schaben definitiv Könige.
Von dem fetzigen Opener ‘Face Everything And Rise’ über das elektronisch schwingende ‘Broken As Me’, der Feten-Abrissbirne ‘Fear Hate Love’, den wogenden Grölchören von ‘Skeletons’ und ‘Falling’ bis hin zum 30 Seconds To Mars-artigen ‘War Over Me’: Papa Roach bestechen mit einem qualitativ breit aufgestellten Arsenal an modernen Rock-Liedern. Selbst die Balladenmomente (wie in ‘Love Me Till It Hurts’, ‘Never Have To Say Goodbye’ oder beim großartigen ‘Devil’) schieben ordentlich nach vorne. Papa Roach haben sich diesbezüglich einiges von den letzten Five Finger Death Punch-Alben abgeschaut, denn deren Herangehensweise an die nachdenklichen Passagen ist ähnlich. Und, ja, in ‘Gravity’ darf es dann auch wieder Sprechgesang sein.
Einziges Manko: Es gibt auf F.E.A.R. viele geile Nummern, aber keinen Über-Hit wie ‘Last Resort’, ‘She Loves Me Not’ oder ‘Getting Away With Murder’. Der Star ist hier ganz klar das Album – und ein derart stimmiges haben Papa Roach zuletzt vor zehn Jahren abgeliefert. Applaus und sechs Punkte vom musikalischen METAL HAMMER-Schädlingsbekämpfer.
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